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So macht die APA Informationen "verdaubar"

In der hektischen Medienwelt fällt es oft schwer, Zusammenhänge zu erkennen und nachzuvollziehen. Die österreichische Presseagentur APA (nach eigenen Angaben der größte größten Informationsservice-Anbieter des Landes) setzt daher auf Visualisierung – und zwar auch, aber eben nicht nur, auf die allseits beliebten Tag-Clouds, wie die folgenden Beispiele zeigen:

APA Parlaments Visualisierung

Die Parlaments-Visualisierung zeigt anhand eines stilisierten Plenums an, welche Abgeordneten und Regierungsmitglieder zum gesuchten Thema in den Medien vorkommen. Wer etwas zum betreffenden Thema gesagt hat, welche politischen Akteure miteinander in Interaktion stehen und wer wo involviert ist, wird somit auf einen Blick klar. Und wie im wirklichen Leben wird derjenige größer dargestellt, der mehr zu sagen hat (bzw. öfter in den Medien vorkommt). Mit einem Klick auf die Person bekommt man eine Liste der betreffenden Meldungen angezeigt.

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Die Geo-Visualisierung zeigt auf einer Landkarte von Österreich die Orte, die in den gefundenen Dokumenten genannt werden. Auf einen Blick wird deutlich, wo sich die Brennpunkte des Geschehens zum gesuchten Thema befinden und wo eventuell unerwartete örtliche Bezüge auftauchen. Und auch hier gilt: Je größer die Treffermenge zu einem Ort ist, umso deutlicher wird der Ort dargestellt.

Wer zu bestimmten Stichworten ergänzende Informationen sammeln möchte, dem werden über Contentlinks zum aktuellen Kontext passende Stichworte aus dem Brockhaus angezeigt.

Möglich wird dieser Blick hinter die Kulissen übrigens durch ein Service, das APA Labs heißt. Damit sollen Kunden und Interessierten die Möglichkeit haben, das Angebot der APA auszuprobieren und Feedback zu geben. Bei den Recherchen in den verschiedenen Modulen der APA-Labs ist die Trefferzahl des Suchbegriffes eingeschränkt – trotzdem ist "Rumspielen" mit den APA Werkzeugen recht spannend.

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Hier spricht der User!

Der deutsch-französische Kabarettist Pigor redet sich in seiner unglaublichen Performance "Nieder mit IT" herrlich in Rage über die vielen vielen Kleinigkeiten, die an IT so richtig nerven und schwört das Publikum darauf ein, Rache für die gebrochenen Versprechen der IT zu üben. Dabei bemäkelt er eine lange Liste an Nervtötern – wie man leicht aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann, durchaus berechtigt…

 

…das ist überaus amüsant, aber es ist auch ein ernster Hinweis: Der User spricht!

Wenn man die Reaktionen von Pigor’s Publikums anschaut, dann ist die IT Branche sicher gut beraten, genau hinzuhören, wenn der User spricht. Das heißt aber nicht unbedingt, dass alle Forderungen umgesetzt werden sollen und schon gar nicht, dass sie in genau der Form umgesetzt werden sollen, wie der User das fordert.

Schön zusammengefaßt wird das von Paul Buchheit, dem Erfinder von GMail: Die meisten der bei seinem kürzlichen Vortrag [via Rolf] präsentierten Erkenntnisse zum Thema User Feedback fallen eher in die Kategorie No-Na, aber es ist doch empfehlenswert, sich den zentralen Teil über "Advice" zu Gemüte zu führen.

Da geht es vor allem darum, dass Kunden die Tendenz haben, Lösungen vorzuschlagen – es aber schlau ist, zunächst das Problem wirklich verstehen zu wollen; denn die Lösungsvorschläge der Kunden basieren auf deren Erfahrung und greifen u.U. zu kurz oder adressieren das eigentliche Problem nicht wirklich:

"At one time I was receiving all those strange feature requests, like the option to reply to email from within the inbox. I was wondering why anyone would love to do that so I asked people why they requested this feature. Turned out, the performance of GMail was so slow users would not open their eMails but rather respond directly. So we fixed the performance of the servers and the feature request went away."

Jedenfalls beginnt alles mit dem Zuhören, und da bietet Web 2.0 geradezu paradiesische Zustände für Markt- Meinungsforscher.

Ein geniales Tool ist beispielsweise Twistory, das aus dem endlosen Strom von Twitter Messages jene herausfiltert, in denen User sagen was sie lieben, was sie hassen, was sie sich wünschen, was sie denken und woran sie glauben. Einfach davorsetzen, zuschauen und inspirieren lassen! [via Ed]

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Franz Kühmayer ist einer der einflussreichsten Vordenker zur Zukunft der Arbeit.
  
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