Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

Hier spricht der User!

Der deutsch-französische Kabarettist Pigor redet sich in seiner unglaublichen Performance "Nieder mit IT" herrlich in Rage über die vielen vielen Kleinigkeiten, die an IT so richtig nerven und schwört das Publikum darauf ein, Rache für die gebrochenen Versprechen der IT zu üben. Dabei bemäkelt er eine lange Liste an Nervtötern – wie man leicht aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann, durchaus berechtigt…

 

…das ist überaus amüsant, aber es ist auch ein ernster Hinweis: Der User spricht!

Wenn man die Reaktionen von Pigor’s Publikums anschaut, dann ist die IT Branche sicher gut beraten, genau hinzuhören, wenn der User spricht. Das heißt aber nicht unbedingt, dass alle Forderungen umgesetzt werden sollen und schon gar nicht, dass sie in genau der Form umgesetzt werden sollen, wie der User das fordert.

Schön zusammengefaßt wird das von Paul Buchheit, dem Erfinder von GMail: Die meisten der bei seinem kürzlichen Vortrag [via Rolf] präsentierten Erkenntnisse zum Thema User Feedback fallen eher in die Kategorie No-Na, aber es ist doch empfehlenswert, sich den zentralen Teil über "Advice" zu Gemüte zu führen.

Da geht es vor allem darum, dass Kunden die Tendenz haben, Lösungen vorzuschlagen – es aber schlau ist, zunächst das Problem wirklich verstehen zu wollen; denn die Lösungsvorschläge der Kunden basieren auf deren Erfahrung und greifen u.U. zu kurz oder adressieren das eigentliche Problem nicht wirklich:

"At one time I was receiving all those strange feature requests, like the option to reply to email from within the inbox. I was wondering why anyone would love to do that so I asked people why they requested this feature. Turned out, the performance of GMail was so slow users would not open their eMails but rather respond directly. So we fixed the performance of the servers and the feature request went away."

Jedenfalls beginnt alles mit dem Zuhören, und da bietet Web 2.0 geradezu paradiesische Zustände für Markt- Meinungsforscher.

Ein geniales Tool ist beispielsweise Twistory, das aus dem endlosen Strom von Twitter Messages jene herausfiltert, in denen User sagen was sie lieben, was sie hassen, was sie sich wünschen, was sie denken und woran sie glauben. Einfach davorsetzen, zuschauen und inspirieren lassen! [via Ed]

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