Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

Keiner schlafe! Keiner schlafe!

Die aktuelle deutsche Telekom-Werbung [via Robert Basic] liefert mir den Auslöser, über Innovationskulturen zu reflektieren.

Man kennt ja die zu den letzten Jahren grassierenden Talenteshows und meinetwegen kann man dazu stehen wie man will, wir wollen uns heute mal 2 völlig konträre Beispiele ansehen:

Einerseits "Deutschland sucht den Superstar". Während das Hauptziel der Amateure nach wie vor bleibt, einen Plattenvertrag zu bekommen, ist die RTL Show wesentlich darauf ausgerichtet, die Kandidaten regelrecht vorzuführen und zum allgemeinen Gaudium des Publikums öffentlichkeitswirksam und plakativ zu richten. Nicht umsonst wurde gestern der Sender zu einer Strafzahlung verurteilt, um den beleidigenden Sprüchen von Juror Bohlen ein Ende zu bereiten.

Bitte mich nicht falsch zu verstehen: Mir ist klar, wer sich in eine solche Show begibt, ist ein Freiwilliger und sollte sich seiner Handlungen bewußt sein. Ich bin ein absoluter Freund hoher Qualität und anspruchsvoller Leistungen und daher ist Kritik an so mancher Darbietung mehr als gerechtfertigt. Es geht mir aber vor allem um Feedbackkultur im Zusammenhang mit Kreativität.

Daher schwenken wir zum anderen Beispiel, das vor einem Jahr in England stattgefunden hat und die Grundlage für die erwähnte Telekom Kampagne ist:

 

Ich denke, man muss nicht unbedingt Oper mögen, um berührt zu sein, wenn man das sieht – ging es Ihnen nicht auch so?

Man darf sich vorstellen, welches Feedback Kandidat Paul Potts von der DSDS Jury bekommen hätte, wenn er zu einem Talentewettbewerb mit dem Ansinnen antritt, die klassische Puccini Arie Nessun Dorma vortragen zu wollen. Den Ersteindruck hat Robert Basic schon ganz richtig so zusammengefaßt: "Oh my, was ein Loser, komisches Aussehen, schiefe Zähne, null Ausstrahlung, kleiner Hänfling, null Selbstbewußtsein. Mobilfunkverkäufer, auch noch. Der singt bestimmt schrecklich dazu… " Dass es sich auszahlt, den Ersteindruck beiseite zu schieben und das Unerwartete zuzulassen, wurde hier eindrucksvoll bewiesen – übrigens nicht nur aus künstlerischer Perspektive, sondern auch kommerziell: Paul Potts hat die Talenteshow gewonnen und mittlerweile einen mit 1 Mio Pfund dotierten Plattenvertrag bei Sony BMG.

Was hat das mit Innovationskultur zu tun? Kommt Ihnen der folgende Gedanke vertraut vor: "Oh my, was für ein Loser, ausgerechnet der aus der Finanzabteilung will in dem Marketingprojekt mitarbeiten, na toll, ausgerechnet der wird sicher eine gute Idee zu unserer neuen Strategie haben, ganz bestimmt.". Tja…

Was uns die diese beiden Beispiele lehren, hat Sir Ken Robin in seiner berühmten TED Rede so zusammengefaßt: "If you are not prepared to be wrong, you will never come up with anything creative." — und für den Einsatz in Unternehmen erlaube ich mir zu ergänzen: "If you are not prepared to foster a culture, where being wrong is okay, your team will never come up with anything creative".

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