Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

Lebenslange Bildung bedeutet rechtzeitige Bildung

Europa verfolgt das Ziel, der wettbewerbsfähigste Wirtschaftsraum der Welt zu werden – ein Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu vereinen. In absehbarer Zeit wird der Anteil der über 45-Jährigen an der Erwerbsbevölkerung von aktuell 28% auf über 40% steigen. Die Notwendigkeit, den Blick nicht nur auf die Ausbildung der Jugendlichen, sondern auch auf die permanente Weiterbildung während des Lebens zu richten, ist also offensichtlich.

Für viele Menschen ist daher auch das Angebot an entsprechenden Bildungsmaßnahmen sowie die Möglichkeit, darauf zurückzugreifen, offensichtlich. Doch was für die einen völlig selbstverständlich ist, nämlich beispielsweise im Rahmen der Personalentwicklungsmaßnahmen des Unternehmens, in dem sie tätig sind, auch Zugriff auf Trainings zu haben, ist ausgerechnet für jene Menschen, die die den höchsten Bedarf an Fort- und Weiterbildung hätten, eben nicht selbstverständlich: Grundsätzlich schlecht ausgebildete und in unqualifizierten Jobs tätige Menschen haben üblicherweise die geringsten Chancen, auf Schulungsmaßnahmen zurückgreifen zu können, die vom eigenen Unternehmen angeboten werden.

Dabei ist die Tatsache unbestritten, dass es Sicherung der Erwerbschancen ohne gleichzeitige Verbesserung der Qualifikation gibt. Denn während derzeit etwa ein Drittel der Arbeitskräfte in der Europäischen Union als gering qualifiziert gelten, werden nach übereinstimmenden Prognosen bereits im kommenden Jahr lediglich die Hälfte der neuen Arbeitsplätze in Europa für geringqualifizierte Bürger geeignet sein. Die Entwicklung könnte also dramatischer nicht sein und sie hat nachhaltigen Einfluss auf den beruflichen Erfolg für der Bürger und somit insgesamt für den Wohlstand in Europa.

Die Bereitschaft des Einzelnen, während seines gesamten Lebens fortwährend dazuzulernen, reicht nicht aus – es braucht auch das dazupassende Angebot, neu strukturierte Bildungsservices und auch neu gedachte Finanzierungsmodelle. Denn eine umfassende Perspektive auf lebensbegleitendes Lernen bedeutet auch, dass sich die Finanzierungsverantwortung des Staates nicht nach dem Alter oder Beschäftigungsstatus der Lernenden, sondern nach der Art des angestrebten Bildungsabschlusses bzw. nach dem Bedarf des Einzelnen richten muss. Und zwar bereits während der Beschäftigung, und nicht erst wenn der Hut bereits brennt.

So wertvoll die vom AMS angebotenen Schulungen für Arbeitslose sein mögen, sie kommen doch jedenfalls zu spät. Soll der Bildungspfad lebenslang ausgelegt sein, dann ist eine Orientierung am Lernbedarf bereits während der Beschäftigung wesentlich – somit entstehen neue Verantwortungen für Unternehmen und öffentliche Hand.

PS: Dieser Text erscheint im Rahmen meiner regelmäßigen Kolumne in der Computerwelt.

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