Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

In der Krise zeigt sich die Kultur

Wir befinden uns in einer überaus interessanten Zeit im Personalmarketing. Die Wirtschaftskrise hat auf radikale Weise manche Entscheidungsvariablen transparent gemacht: Stabilität und Jobsicherheit erlangen schlagartig enorme Bedeutung.

Allen Teilnehmern am Arbeitsmarkt ist klar: Jobsicherheit ist stets nur ein relativer Begriff. Doch je besser sich Unternehmen den Herausforderungen innovativer Märkte stellen, je höher sie herausragendes, kreatives Denken und makellose Umsetzung schätzen, umso höher sind die relativen Chancen dieses Unternehmens und umso höher ist auch die relative Jobsicherheit.

Obwohl tausende Arbeitsplätze gefährdet sind, steht ausgerechnet die IT Industrie nicht vor einem unerschöpflichen Arbeitgeber-Markt: Smarte Mitarbeiter und Jobsuchende werden ihre Arbeitgeber besonders in Krisenzeiten selektiv auswählen und auf der Basis von Markenwert und Unternehmenskultur beurteilen.

Allerdings dringen wir zum Kern dieser Begriffe vor: Denn wer mit einer mitarbeiterorienterten Kultur vor allem Fringe Benefits und ein laissez-faire-Management bezeichnet hat, der wird nun ebenso eines besseren belehrt, wie jene, die in Krisenzeiten die Freiheitsgrade der Mitarbeiter beschneiden und schlichtweg auf diszipliniertes Abarbeiten setzen.

Stabilität bedeutet nicht die Abkehr von Kreativität und den dazu notwendigen Freiheitsgraden, sondern ein Hinwenden zu einem tieferen Verständnis des Begriffs Unternehmenskultur. Einem Verständnis, bei dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer danach fragen, welchen Beitrag der Einzelne zum Unternehmenserfolg leisten kann und welche Voraussetzungen dafür erforderlich sind. So selbstverständlich Personalentwicklungsmaßnahmen wie etwa Mitarbeitergespräche, Performance-Feedback, Karriereplanung und Ausbildungsmaßnahmen sein mögen, gerade in der jetzigen Zeit erlangen diese Instrumente überragende Bedeutung für beide Seiten und sind daher mit besonderer Sorgfalt und Ernsthaftigkeit einzusetzen.

Konjunkturschwankungen haben Auswirkungen auf die Quantitäten in der Personalfluktuaktion – sowohl Aufbau als auch Abbau – sie sollten aber keine Auswirkungen auf die Qualität haben. Denn eines ist klar, sobald Unternehmen die Bindungskraft zu ihren Mitarbeitern lockern, werden eben diese Mitarbeiter auch ihre Bindungskraft an das Unternehmen lockern. Betroffen sind dabei zu allererst die besten und talentiertesten Mitarbeiter.

Und der Mitbewerb schläft nicht, im Gegenteil sind manche Firmen aktuell sehr zielstrebig am Talentemarkt unterwegs. Beispielsweise hat die US Steuerbehörde kürzlich mit sagenhaftem Erfolg eine Karrieremesse ganz speziell für Wall Street Angestellte abgehalten – nach dem Motto: Die wirklich guten Finanzprofis werden immer gesucht.

Krisenzeiten bedeuten enorme Herausforderungen für die Personalführungs-Kompetenz von Führungskräften. Sie müssen rasch und taktisch agieren, um ihrem Unternehmen die notwendige Dynamik zu verleihen, in unruhigen Gewässern zu manövrieren. Dabei darf aber der nachhaltige und strategische Ansatz nicht verloren gehen, er ist gerade jetzt umso wichtiger, denn der Mitbewerb um die besten Talente steht in der Krise nicht still – im Gegenteil.

 

PS: Dieser Text erscheint im Rahmen meiner regelmäßigen Kolumne in der Computerwelt.

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