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Nur 10%

Die Bundesregierung hat diese Woche einen wesentlichen Teil ihres Konjunkturpaketes vorgestellt: Unter dem sperrigen Namen "ÖBB Rahmenplan und ASFINAG Bauprogramm" wurden 22,5 Milliarden EURO für Straßenbau und Verkehrsprojekte verabschiedet. Stolz kündigt man an, damit 320km Autobahnen und Schnellstraßen bauen zu können.

Ich hätte einen kleinen, beinahe unbedeutenden Veränderungs-Vorschlag: Machen wir doch aus den EUR 22,5 Mrd ganz einfach EUR 20,25 Mrd. Damit würde dieses Bauprogramm budgetär um genau 10% gekürzt werden.

Und diese 10% stecken wir ins Bildungssystem. Das entspräche dem Vierfachen (!!) dessen, was das Bildungsministerium aktuell als Fehlbetrag ausweist und was zu der unsäglichen 2-Stunden-Diskussion geführt hat. Also ohne nach zusätzlichen Effizienzen im Bildungssystem zu suchen (und da gäbe es bestimmt welche), wäre der aktuelle Bedarf von 500 Mio damit gedeckt plus es würden weitere ca. 1,7 Mrd EUR für die Modernisierung des Bildungsbereiches zur Verfügung stehen.

Soweit ich das von Bauprojekten kenne, findet sich immer ein bissl Spielraum in der Projektbudgetierung, aber selbst wenn nicht: Dann würden eben nur 300km Autobahn gebaut werden. Aber statt dessen würde das Geld in Projekte gesteckt werden, die zukunftsorientiert sind und eine klar nachweisbare Langfrist-Rendite haben.

Vielleicht stelle ich mir das ein bisschen einfach vor. Aber was spricht eigentlich dagegen?

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Wer soll das bezahlen?

Die beliebte Frage in Bildungsdiskussionen. Ich finde die Perspektive dieser Frage eigenartig, denn sie unterstellt, dass Bildung eine Ausgabe wäre. Das ist sie aber nicht – Bildung ist eine Investition, und zwar eine mit klar nachweisbarer Rendite.

Die Statistik Austria stellt das explizit in 4 Punkten dar:

  1. Bildung reduziert das Armutsrisiko um den Faktor 3
  2. Personen mit Pflichtschulausbildung sind mehr als drei mal so häufig arbeitslos wie Personen mit Tertiärabschluss
  3. Ein Tertiärabschluss bringt rund 70% mehr Nettostundenlohn
  4. Pro zusätzlichem Ausbildungsjahr gibt es ca. 7% mehr Nettostundenlohn

Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise ist die Budgetfrage höchst relevant, sowohl seitens der öffentlichen Hand als auch im privatwirtschaftlichen Sektor. Da würde sich doch ein Investitionsbereich mit Renditegarantie geradezu aufdrängen, oder?

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Partners in Learning

Diese Woche hatte ich Gelegenheit, an der HTL Dornbirn beim Education Partnership Forum als Keynotespeaker und Teilnehmer an der Podiumsdiskussion einen Überblick zu meinem Researchprojekt "Zukunft der Bildung" zu leisten.

Diese Veranstaltung findet bereits zum sechsten Mal statt und ist ein zentraler Treffpunkt für Bildungspartner in Vorarlberg, im besten Sinn des Wortes: Da sind Schüler im Publikum, die aktiv dafür eintreten, Verantwortung für ihren Bildungsweg zu übernehmen; Lehrer, die engagiert sind und gemeinsam mit ihrern Schülern Potentiale erschließen; aktive Eltern, die sich in die Schule einbringen, aber auch der Leiter des WIFI Vorarlberg, die Geschäftsführerin der IV und hochrangige Manager. Es gibt einen intensiven Dialog, der letztlich zu tollen gemeinsamen Projekten führt. Diese Projekte werden vorgestellt und sind Ausdruck von Unternehmergeist und Engagement.

In meiner Studie habe ich gefordert, Unternehmen und Eltern mögen sich in geeigneter Weise in bildungsrelevante Prozesse einbringen und ihre Rolle als Schulpartner durch aktive Beteiligung wahrnehmen. Im Gespräch zwischen Hofrat Maier, dem Direktor der HTL, Prof. Hug, Abteilungsvorstand an der HTL und gleichzeitig Mastermind des Events, und Andreas Exner, für den Bildungsbereich bei Microsoft Österreich verantwortlich und seit Jahren zentraler Unterstützer des Education Partnership Forums, habe ich einen wirklich erfreulichen Einblick in eben diese Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaftspartnern erlebt.

Und noch etwas habe ich live erlebt: Nämlich was passiert, wenn man in der Schule Kreativität fördert. Als krönenden Abschluß der Tagung veranstalten die Schülerinnen und Schüler eine abendfüllende Modenschau – mit selbst entworfenen und gefertigten Kleidern und selbst einstudierter Choreographie, wobei die tolle Show und die beindruckenden Kleider einer professionellen Modenschau wirklich kaum nachstehen.

Im Lichte der aktuellen, unerquicklichen öffentlichen Diskussion war dieser Event ein weiteres Beispiel dafür, dass es eine ganze Reihe von sinnvollen und guten Diskussionen und Maßnahmen gibt, die unser Bildungssystem voranbringen. Was es dazu braucht, ist engagierte Zusammenarbeit, wie hier zwischen der HTL Dornbirn und Microsoft im Rahmen des Partners in Learning Programmes demonstriert.

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Franz Kühmayer ist einer der einflussreichsten Vordenker zur Zukunft der Arbeit.
  
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