Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

2010 – das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen

Das soeben begonnene Jahr ist nicht nur Namensgeber für den Science Fiction Film „2010 – Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen“, wir alle werden in diesem Jahr tatsächlich Kontakt aufnehmen: Und zwar mit der Zukunft der Arbeit.

Im Angesicht der Wirtschaftskrise der letzten Monate hatten zukunftsorientierte Themen, wie beispielsweise die Frage, wie wir Arbeit in der Zukunft strukturieren werden, vergleichweise wenig Auftrieb. Zu sehr standen Notmaßnahmen zur Rettung von Unternehmen im Vordergrund, zu sehr mußte man vielerorts mit enormem Kostendruck bei gleichzeitig schwindender Auftragslage kämpfen.

Doch was bleibt als Erkenntnis aus der Krise? Unter anderem die ernüchternde Feststellung, dass viele Arbeitsplätze, die durch die Krise verloren gingen, auch bei einem Wirtschaftsaufschwung nicht wiederkommen werden. Sie sind für immer verloren, zumindest in ihrer ursprünglichen Form. Das betrifft zunächst natürlich die sogenannten „blue collar worker“, die schon bislang die Verlierer auf dem Arbeitsmarkt waren. In den USA ist im Produktionssektor, in dem vor allem ungelernte Arbeitskräfte beschäftigt waren, seit 1997 ein Drittel der Jobs verloren gegangen.

Doch darauf reduziert sich der strukturelle Wandel des Arbeitsmarktes schon lange nicht mehr. Auch die sogenannte Mittelschicht gerät zunehmend unter Druck: Die immer intensivere Suche nach Produktivitätsgewinnen, kombiniert mit dem enormen Fortschritt im Bereich Kommunikations- und Informationstechnologie, verändert ganze Wertschöpfungsketten nachhaltig. Mit entsprechenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Ein Beispiel: Zwischen 2007 und 2009 ist die Anzahl der Arbeitsplätze im Musikhandel um 36% gesunken – beschleunigt durch die Krise, aber diese Stellen wären auch ohne sie aufgrund des Strukturwandels verloren gegangen.

Führungskräfte stehen vor der Herausforderung, Zusammenarbeit neu organisieren zu müssen. In einer Welt von Freelancern von in Auflösung begriffenen Hierarchien zugunsten zunehmener Projektorientierung, von eng vernetzten und gleichzeitig lose gekoppelten Unternehmen, und unter dem Eindruck sich wandelnder Wertvorstellungen: Wie steuert, lenkt, plant, strukturiert man Arbeit unter diesen Aspekten? Was bedeutet Führung? Wir stehen vor einem nachhaltigen Umbruch der Begriffe und Anforderungen an Leadership und Management.

Und für den Mitarbeiter: Produktivitätsdruck bei gleichzeitigem Information Overflow, steigender Automatisierungsgrad und parallele Kommunikationswelten, Flexibilität, die Anforderung an lebenslange Bildung und Beschäftigbarkeit bei immer kürzere Bindung an einzelne Aufgaben sind gelebte Praxis – und werden nur noch intensiver werden. Auch auf Arbeitnehmerseite stehen wir vor nachhaltigen Umbrüchen.

2010 ist das Jahr, in dem Österreich sich der entscheidenden Zukunftsfrage stellen wird: Wie organisieren wir Arbeit und Zusammenarbeit in den kommenden 10 Jahren? Insofern ist 2010 das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen: Mit der Zukunft der Arbeit.

 

PS: Dieser Beitrag erscheint im Rahmen meiner Kolumne “Reflections on work & life” in der Computerwelt

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Einsortiert unter:Future Of Work, Leadership, Zukunft

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Franz Kühmayer ist einer der einflussreichsten Vordenker zur Zukunft der Arbeit.
  
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