Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

Fachkräftemangel und Wildwasser-Paddeln

Beim heutigen Consultants Competence Circle des Fachverbandes Unternehmensberatung war ich als Podiumssprecher geladen und wurde dabei u.a. zur Fragestellung nach dem Fachkräftemangel in der IT Branche um ein Statement gebeten.

Meine Meinung dazu ist sehr klar: Jeder Mangel ist das kurzfristig sichtbare Ergebnis einer langfristig schief gelaufenen Planung in davorliegenden Stufen. In diesem Fall also des Bildungssystems.

Die Frage, ob wir heute für die richtigen Berufe von morgen ausbilden, schießt in mancherlei Hinsicht am Ziel vorbei. Ein Beispiel dazu: Wer heute (im Jahr 2010) in den so nachgefragten Bereichen Web-Programmierung, Social Media, Online-Marketing, Mobile Business arbeitet, hat einen Job, den es vor 10 Jahren noch nicht gegeben hat. Bei einer Durchlaufzeit durch das österr. Bildungssystem von zumindest 12 Jahren (bis zur Matura) ist somit die zielgenaue Planung auf einzelne Berufe und sogar ganze Berufsfelder nicht gut möglich.

Und auch nicht nötig, denn es geht vielfach gar nicht darum, für einen ganz speziellen Beruf auszubilden – noch dazu, wenn wir im Schnitt 11 Berufe haben, bevor wir 40 Jahre alt sind! Vielmehr geht es um die Fragestellung nach den Schlüsselkompetenzen für das 21. Jahrhundert Und die sind gut verstanden und von Bildungsexperten anerkannt:

  • Initiative und Eigenverantwortung
  • Unternehmerisches Denken und Handeln
  • Engagement und soziale Verantwortung
  • Veränderungsbereitschaft, Flexibilität und Lernbereitschaft
  • Teamfähigkeit
  • Kommunikation
  • Reflexionsfähigkeit
  • Problemlösungskompetenz und Konfliktfähigkeit
  • Empathie und interkulturelles Handeln
  • Innovationsfähigkeit und Kreativität

 

      Wenige davon werden im aktuellen Bildungssystem zielgerichtet gefördert – warum sonst müssen Führungskräfte in allen Unternehmen immer auf “Team-Trainings” geschickt werden, obwohl sie vorher (mindestens) 12 Jahre lang Gelegenheit gehabt hätten, in Teams zu arbeiten? Weil Teamarbeit eben erst sehr langsam in das Bildungssystem einfließt. Vergleichbares gilt für die anderen Kompetenzen genauso. Mehr dazu findet sich übrigens in meiner Studie zur Zukunft der Bildung.

    Und apropos Kompetenz: Eine sportliche Gedankenanregung kam von meinem Podiums-Kollegen Dr. Woltron. Er vergleicht die aktuelle wirtschaftliche Lage mit Wildwasser-Paddeln. Wenn man den Fluß mehrfach befährt, ist dennoch die Situation vor Ort stets ein wenig anders, stets muss man sich auf neue Situationen einstellen, wird man in neue Strudel und Probleme hineingezogen. Und Woltron weiter: “Das einzige, was einem dann wirklich hilft, ist, die Eskimorolle gut zu beherrschen. Und zwar nicht nur den ersten Teil, sondern vor allem den zweiten Teil des Manövers.” Es geht also darum, auch in schwierigen Situationen schnell, mutig und kompetent zu entscheiden und zu handeln.

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Einsortiert unter:Bildung, Zukunft

One Response

  1. K. Woltron sagt:

    Danke für das Zitat. Es war interessant gestern; die Beiträge waren recht anregend, eine der nicht allzu zahlreichen nicht – unnötigen Veranstaltungen. Mehr zum Thema unter

    http://www.woltron.com/index.php?id=24

    und http://www.advengys.com

    Viele Grüße

    KW

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