Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

Ökosysteme lösen lineare Wertschöpfungsketten ab

Teil 2 der Blogserie: Die neue Welt der Arbeit

Eines der wesentlichen Charakteristika der aktuellen Wirtschaftsstrukturen ist die enge Vernetzung zwischen Unternehmen, sowohl national als auch international. Mit dieser Vernetzung verändern sich aber auch die Strukturen der zugrunde liegenden Wertschöpfungsketten.

Lange Zeit galten in vielen Industrien klare Verhältnisse, wenn es das Terrain zwischen den Produzenten auf der einen Seite und den Konsumenten auf der anderen Seite abzustecken galt. Und waren noch vor wenigen Jahren klare Trennlinien zwischen Kunde, Unternehmen, Geschäftspartner und Mitbewerber auszumachen, so verschwimmen diese Grenzen nun zunehmend und führen zu neuen Positionen und Brückenschlägen.

So werden heute – im Zeichen des „Prosumers“ (ein Zwitterwesen zwischen Produzenten und Konsumenten) – Innovationsprozesse immer seltener rein zentral verordnet und unternehmensintern (über abgeschottete „Innovationsabteilungen“) umgesetzt, sondern vermehrt mit kooperativen Modellen und Crowdsourcing-Ansätzen vermengt und angereichert. Die Teilnahme von Kunden am Gestehungsprozess neuer Produkte reicht also wesentlich tiefer, als dies noch vor kurzem denkbar war und geht jedenfalls weit über bekannte Methoden der Marktforschung oder Produktpersonalisierung hinaus. Bei Procter & Gamble etwa spielt bei fast der Hälfte aller Produkte die Zusammenarbeit mit Externen eine entscheidende Rolle.

Doch nicht nur Kunden, auch Partner spielen eine immer stärkere Rolle in Innovations- und Produktionsprozessen. So liegt beispielsweise in der Automobilbranche die Fertigungstiefe im Schnitt nur noch bei 10 bis 25%, Tendenz sinkend. „Porschefizierung“ nannte das deutsche Wirtschaftsmagazin Brand Eins die Tatsache, dass die Eigenleistung von Porsche an der Wertschöpfung nur noch zehn Prozent ausmacht, der Rest stammt von Zulieferern. Österreich hat auf diese Entwicklung mit der Einrichtung sogenannter Cluster reagiert, thematisch zusammengeschlossener Unternehmen. Bereits 13% der österreichischen Gesamtbeschäftigung findet in Clustern statt.

Dementsprechend kommt es zwischen Unternehmen im Rahmen von „Coopetition“ zu ehemals widersprüchlichen Positionen: Aus strategischen Partnern, teilweise eng miteinander vernetzt, werden engagierte Wettbewerber, die in kompetitiver Aufstellung dem Kunden gegenüber treten. Man ist eng miteinander verbunden und dennoch Konkurrenz – in mancher Situation Partner oder Lieferant, in anderer Situation Mitbewerber.

Und schließlich trägt Outsourcing weiter dazu bei, die Unternehmensgrenzen zunehmend zu verwischen. Wurden ehemals noch ausschließlich diskrete Aufgaben ausgelagert, so werden aktuell ganze Geschäftsprozesse an Partner vergeben. Und Outsourcing ist weiterhin auf dem Vormarsch: Laut einer aktuellen Studie haben 70 Prozent der Unternehmen bereits Bereiche ausgelagert und jedes fünfte plant weitere Outsourcing-Schritte.

Auf Unternehmens-Ebene bedeutet das vielfach den Widerspruch zwischen enger Vernetzung und loser Kopplung aufzulösen. Klare Fronten waren gestern, heute lassen sich nicht mehr einfache Wertschöpfungsketten und klar ersichtliche Wettbewerbssituationen managen, vielmehr gilt es, ganze Ökosysteme zu steuern. Das bedeutet für Führungskräfte, dass sie heute eine wesentlich höhere Komplexität und Dynamik überblicken und handhaben müssen.

Auf einer organisatorischer Ebene bedeutet das: Für bestimmte Projekte werden Strukturen benötigt, in denen Projektdaten eng zwischen Unternehmen ausgetauscht werden und die gegenseitigen Systeme im Sinne optimaler Collaboration tief miteinander verschränkt sind; in anderen Situationen geht es um sichere Abgrenzungen der Daten und des Wissens, etwa mit Blick auf Compliance, Datenschutz oder wettbewerbsrelevante Informationen. Die Geschwindigkeit, mit der solche Vernetzungen bzw. Sicherheitsbarrieren auf- und wieder abgebaut werden können, entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit.

Kernaussage:
Das neue Arbeiten erfordert, die Zusammenarbeit auf Unternehmens-Ebene völlig neu zu strukturieren

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Perspektivenwechsel: Sozio-Ökonomische Auslöser führen zu wirtschaftlichen Vorteilen

Teil 1 der Blogserie: Die neue Welt der Arbeit

Die auf Österreich und Europa einwirkenden Veränderungsprozesse sind vielfältig dokumentiert und Teil eines breiten öffentlichen Diskurses. Dazu zählen:

  • Der steigende Vernetzungsgrad der Wirtschaft
  • Demografische Herausforderungen, ausgelöst durch Alterung und Migration
  • Wachsende Mobilität der Arbeitnehmer
  • Sich wandelnde Arbeitsbiografien, Berufs- und Karrierebilder
  • Der Wertewandel hin zu ökologischem Bewusstsein und Nachhaltigkeit
  • Und nicht zuletzt der rasante technologische Fortschritt

All diese Faktoren ziehen nicht nur einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel und Veränderungen im Konsumverhalten nach sich, sondern haben auch unmittelbare Auswirkungen auf Unternehmen – insbesondere auf die Strukturen der Arbeitsprozesse und die darin zum Einsatz kommenden Instrumente. Dabei bleibt kaum ein Stein auf dem anderen!

Der Einstieg in die Wissensgesellschaft erfordert ein Überdenken:

  • Wie gearbeitet wird
  • Wo gearbeitet wird
  • Wann gearbeitet wird
  • Mit wem gearbeitet wird
  • Und mit welchen Werkzeugen gearbeitet wird

All dies freilich unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Unternehmen versprechen sich vom Hinterfragen aktueller Arbeitsstrukturen komparative Vorteile sowohl quantitativer als auch qualitativer Natur – sei es überdurchschnittliches Wachstum oder gesteigerte Profitabilität, sei es erhöhte Attraktivität als Arbeitgeber oder größere Kundennähe.

Stabilität entsteht aus Flexibilität

Was für Hochhäuser selbstverständlich ist, gilt auch im ökonomischen Bereich. Die Balance zwischen struktureller Festigkeit (etwa im Wertebild) und dynamischer Flexibilität (etwa in den Arbeitsabläufen) entscheidet über langristige Stabilität.

Es erscheint uns wesentlich zu sein, einen ganzheitlichen Blick auf die Chancen und Herausforderungen dieses Wandels zu werfen. Denn der Weg in die unternehmerisch erfolgreiche Zukunft führt über eine tiefreichende Auseinandersetzung und ein aktives Hinterfragen.

Gerade auch Führungskräfte werden dabei an die Grenzen ihres Selbstverständnisses und ihrer tradierten Erfolgsrezepte geführt – wenn sie sich darauf einlassen und kritisch beleuchten, wie sich ihre Rolle, ihre Aufgaben und ihre Instrumente wandeln.

Nur interdisziplinär lösbar

Wie herausfordernd der Umgang mit veränderten Arbeitswelten ist, zeigt alleine schon die Tatsache, dass nur ein umfassender Zugang vielversprechende Lösungsansätze bringen kann.  Die Gestaltungsfelder umfassen Organisationsentwicklung, Unternehmenskultur, Arbeitsplatzgestaltung, Informationstechnologie, Dienstrecht, u.v.m. – und diese Felder greifen eng ineinander.

Mobiles Arbeiten etwa ist ohne entsprechende IT-Unterstützung, ohne angepasste Büro-Räume, ohne ein hinterfragtes Führungsverständnis und ohne adaptierte Arbeitsverträge kaum umsetzbar.

Als ARGE Zukunft der Arbeit bringen wir Fachkompetenz und Expertise aus diesen unterschiedlichen Bereichen auf einzigartige Weise zusammen und unterstreichen damit unseren lösungsorientierten Beratungsansatz zum Thema “Zukunft der Arbeit”.

Fünf Gedankenanregungen

Wir haben fünf Gedankenanregungen und Kernaussagen entwickelt, anhand derer sich die aktuellen Entwicklungen griffig darstellen lassen. Diese wollen wir Ihnen im Rahmen der Blogserie “Die neue Welt der Arbeit” in den kommenden Wochen im Einzelnen vorstellen.

Lassen Sie sie auf sich wirken und und stellen Sie sich dabei jeweils zwei Fragen: Was bedeutet das für meine Organisation, was kann/wird sich “bei uns” ändern? Was bedeutet das für mich persönlich, was kann/wird sich “für mich” ändern?

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Serienbeginn: Die neue Welt der Arbeit

Neue Technologien, Medien, Kulturfertigkeiten und Interaktionsformen, sowie deren vielgestaltige Vernetzung führen zu einer Neudefinition klassischer Arbeitswelten, von der wir alle betroffen sind: Als Unternehmer, als Führungskraft, als Mitarbeiter. Damit einher geht eine tiefgreifende strukturelle Veränderung bestehender Arbeitsformen, die alle Branchen und Unternehmensgrößen erfasst.

Neue Blog-Serie

Diese Veränderungen als Chancen greifbar zu machen ist Ziel einer neuen Serie von Blogbeiträgen, die wir in den kommenden Wochen publizieren und zur Diskussion vorlegen. Die Beiträge verstehen sich als Impulsgeber und stellen einen Ausblick auf die wesentlichen Themenfelder der neuen Welt der Arbeit zur Verfügung.

  • Teil 1: Perspektivenwechsel. Sozio-Ökonomische Auslöser führen zu wirtschaftlichen Vorteilen
  • Teil 2: Ökosysteme lösen lineare Wertschöpfungsketten ab
  • Teil 3: Traditionelle Organisationsstrukturen lösen sich auf
  • Teil 4: Arbeit als Bezeichnung von Ort und Zeit verliert an Bedeutung
  • Teil 5: Eine Vielzahl von Arbeitsstilen existiert parallel
  • Teil 6: Produktivität zu steigern, bedeutet Informations- & Wissensmanagement

Ihr Partner

Als Strategieberatungsunternehmen mit Fokus auf mittel- und langfristige Perspektivenentwicklung setzen wir für unsere Kunden einen gezielten Schwerpunkt auf zukunftsorientierte Arbeitsformen und deren produktive Gestaltung.

Nicht zuletzt darum haben wir uns zum Ziel gesetzt, Ihr Partner auf dem Weg in die neue Welt der Arbeit zu werden.

Eine Reihe von Initiativen untermauern diesen Anspruch:

  • Research-Fokus
    Durch unser Engagement an mehreren Fachhochschulen und unseren eigenen, international orientierten Innovations-Anspruch erkennen und beleuchten wir die aktuellsten Entwicklungen. Dabei verknüpfen wir globale Innovation stets mit der lokalen Perspektive für den Standort Europa und Österreich. Die Ergebnisse unserer Forschung publizieren wir regelmäßig, etwa im Rahmen der Studien „Future of Work“ und „Zukunft der Bildung“.
  • Partnerschaften
    Die Zusammenarbeit mit führenden lokalen (z.B. Box Consulting, MDS Wissensberater, C-CD.NET) und internationalen Partnern (z.B. Zukunftsinstitut) gewährleistet den permanenten Gedankenaustausch zu Trend-, Technologie- und Organisations-Fragen. Darüberhinaus stellt dieses Netzwerk in Beratungsprojekten den Zugriff auf Expertise aus allen relevanten Themenbereichen zur Verfügung.
    Zu diesem Zweck haben wir die Arbeitsgemeinschaft Zukunft der Arbeit gegründet.
  • Expertise
    Zu unseren Kunden zählen führende Unternehmen in ganz Europa. Wir begleiten sie dabei, ihre Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Unsere Leistungen beruhen auf einem tiefen Verständnis für Leadership und Management als auch auf beraterischer Kompetenz.
    Für uns ist es selbstverständlich, jene Vorgehensmodelle, die wir unseren Kunden empfehlen, auch selbst zu erlernen und zu erproben. So nehmen wir an einer Vielzahl von internationalen Konfrenzen und Diskussionen teil und sind etwa im Bereich der Sozialen Medien (Twitter, Facebook) umfangreich vertreten.
  • Engagement
    Neben unserer Tätigkeit als Beratungsunternehmen engagieren wir uns für die Weiterentwicklung von Wirtschaft uns Gesellschaft, etwa durch gezielten Fokus auf die Perspektive der Jugend oder durch Unterstützung von zielgerichteten Initiativen, etwa im Bereich Entrepreneurship.

Wir freuen uns, wenn wir Ihnen mit der neuen Serie Gedankenanregungen zu Ihrer persönlichen Arbeitswelt der Zukunft mitgeben können. Und wir freuen uns auf einen anregenden Dialog mit Ihnen.

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Impressum & Kontakt

Franz Kühmayer ist einer der einflussreichsten Vordenker zur Zukunft der Arbeit.
  
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