Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

Arbeit als Bezeichnung von Ort und Zeit verliert an Bedeutung

Teil 4 der Blogserie: Die neue Welt der Arbeit

Die aktuell im Arbeitsprozess stehende Generation ist vielleicht die letzte, die Arbeit als zeitlich/räumliches Konzept begreift, Stechuhren und Arbeitszeitaufzeichnungen kennt und mit „In-die-Arbeit-Fahren“ den Weg ins Büro meint.

Dass Arbeit nach Anwesenheitszeit beurteilt wird, ist kein zukunftsträchtiges Konzept. Vielmehr wird bereits heute in vielen Unternehmen, künftig wohl in allen, Arbeit nach Ergebnissen beurteilt werden, und auch Dienstverträge werden wohl über kurz oder lang dieser Ausrichtung folgen.

Das ist nicht nur eine Forderung von Unternehmen, die stets nach flexiblen Arbeitsformen suchen, um Kundennachfrage mit Personalstands-Angebot in Einklang zu bringen. Das ist zunehmend auch eine Forderung der Mitarbeiter, die familiengerechte Arbeitsformen suchen; die anstatt täglich bis 17 Uhr im Büro zu sein, lieber um 15 Uhr zu Hause sind, um ihre Kinder zu sehen und dann um 20 Uhr nochmals von zu Hause weiterarbeiten.

Immer öfter wird man in einer Vielzahl von Rollen, Aufgaben und Jobs buchstäblich von „irgendwo“ arbeiten können. Das wird nicht immer das vielzitierte Arbeiten auf der Alm oder aus dem Kaffeehaus heraus sein, aber es wird völlig selbstverständlich sein, dass sich Arbeitszeit und Freizeit – und damit auch die Orte der Arbeit – dynamisch die Hand geben.

Ein Beispiel liefert die US-Fluglinie JetBlue. Während Call Center meist in großen Gebäuden in Bürozentren untergebracht sind oder ohnehin vollständig offshore betrieben werden, arbeiten die 700 Callcenter Agents der Fluglinie seit 2004 von zu Hause aus, ohne zentrales Büro. Dass auch andernorts von diesen Arbeitsformen Gebrauch gemacht wird, zeigt der Anteil der Unternehmen, die Telearbeit anbieten, der von 4% (2000) auf 18,5% (2006) gestiegen ist. Prognose 2020: 81%.

Doch auch unabhängig von Teleworking-Szenarien steht fest, dass mobiles Arbeiten sich längst durchgesetzt hat. Die Anzahl der mobilen Arbeitskräfte in Westeuropa ist 2009 um 6% gestiegen und beträgt nun 129,5 Mio Menschen.

Übrigens kann das verstärkte Umwelt- und Kostenbewusstsein der Unternehmen diesbezüglich durchaus als Verstärker dieser Entwicklung wirken – gelten doch Reisezeiten und Reisekosten traditionell als Einsparungsfaktor, nun verstärkt durch den Wunsch nach einem schlankeren CO2-Footprint. Und was für Geschäftsreisende gilt, hat auch für das tägliche Pendeln seine Berechtigung: Ins Büro wird nur gefahren, wenn es sinnvoll ist oder zu dem Zeitpunkt, zu dem es passt.

Hier kann Informationstechnologie ein Schlüssel sein: Flexible Kommunikations- und Arbeitsmodelle werden erst durch moderne IT ermöglicht, vor allem durch Unified Communication, also Lösungen, bei denen der Erreichbarkeits-Status der Mitarbeiter erkennbar ist, und bei denen über vielfältige Kanäle kommuniziert werden kann – je nach Situation als Live-Chat, Telefongespräch, Videokonferenz oder zeitversetzt über eMail.

Damit einher gehen tiefgreifende Herausforderungen an die Unternehmensleitung: Wie gestalte ich das „Remote Management“, also das Führen von Mitarbeitern, die nicht im Büro anwesend sind. Wie wird Leistung beurteilt? Kann man erwarten, dass Mitarbeiter nach 18 Uhr noch Mails lesen? In diesen Fragen warten große Lernpotentiale – sowohl auf Managerseite als auch auf Seiten der Mitarbeiter.

Kein Wunder, dass sich im Lichte dieser Entwicklungen auch die Gestaltung von Bürogebäuden und Arbeitsplätzen dramatisch verändert. Aus dem Cubicle-orientierten Großraumbüro genauso wie aus dem endlosen Einzelbüro-Flur wird ein offenes Zentrum für Kommunikation und Zusammenarbeit – mit entsprechenden Rückzugsgebieten für konzentriertes Arbeiten in Ruhe.

Kernaussage:
Mitarbeiter arbeiten von überall und zeitunabhängig.

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15 Responses

  1. […] Teil 4: Arbeit als Bezeichnung von Ort und Zeit verliert an Bedeutung […]

  2. […] This post was mentioned on Twitter by Franz Kuehmayer, Thomas Kunz. Thomas Kunz said: RT @franzku: Arbeit als Bezeichnung von Ort und Zeit verliert an Bedeutung: http://bit.ly/afybcm #zukunftderarbeit #serie4 […]

  3. Auch ich kann sagen, dass ich die Vorzüge des mobilen Arbeitens nicht mehr missen möchte. Zwar nimmt man dabei einen Teil der Arbeit mit nach Hause, aber erledigt durchaus mal Privates im Büro. Ich denke, dass sich Privates und Berufliches immer mehr vermischt.

    Wenn ich mal früher nach Hause muss, weil sich Handwerker zu Zeiten angekündigt haben, zu denen der normal arbeitende Mensch im Büro ist, bin ich auch noch daheim über sogenanntes Unified Communications erreichbar und halte mit meinen Kollegen über Instant Messaging Kontakt. Und bei Videokonferenzen und Chat ist es sowieso egal, wo ich mich geografisch gesehen befinde.

    Gerade wenn man viel unterwegs ist, lernt man die Möglichkeiten, die sich einem durch mobiles Arbeiten bieten, zu schätzen. Lieber bearbeite ich regelmäßig meine E-Mails unterwegs (genauso wie Fax und Voicemail, die ebenfalls im Postfach landen), als dass ich nach einer 3-tägigen Geschäftsreise von meinen Mails überrannt werde und nicht weiß, wo ich anfangen soll. Das ist für mich ein Gewinn von Freiheit. Ich entscheide, wann und ob ich sie lese. Wer im Urlaub nicht den Knopf „Smartphone ausschalten“ findet, ist selber schuld.

  4. […] jedem Fall bringen diese Ergebnisse jedoch gut zum Ausdruck, dass mit den sich auflösenden Grenzen von Zeit und Ort auch eine Menge Unsicherheit verknüpft ist und Diskussionsbedarf entsteht. Lernpotentiale stecken […]

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