Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

Eine Vielzahl von Arbeitsstilen existiert parallel

Teil 5 der Blogserie: Die neue Welt der Arbeit

Das Verständnis für den Begriff von Arbeit und die zugrundeliegenden Strukturen ist abhängig vom Lebensalter deutlichen Änderungen unterworfen. Soweit nichts Neues, doch die aktuell generationsbedingten Veränderungen sind vielleicht tiefgreifender als je zuvor.

Deutlich wird dies etwa an den veränderten Arbeitsbiographien. Weder gibt es den Job fürs Leben, noch die Bindung an das Unternehmen fürs Leben. Im Gegenteil: Wer heute ins Arbeitsleben eintritt, wird vor dem 40. Lebensjahr voraussichtlich 10-14 verschiedene Jobs wahrnehmen. Aus der traditionellen Abfolge Lernen – Arbeiten – Pension wird ein buntes Gemisch von abwechselnden Phasen; die Postgraduate- bzw. Sabbatical-Auszeiten der in der Blüte ihrer Laufbahn stehenden High Potentials können als Beispiel gelten.

Gleichzeitig wirkt die Demographie auf den Arbeitsmarkt ein. Von 2010 bis 2050 wird das Durchschnittsalter der österr. Bevölkerung um +13% steigen. Der Anteil der unter-30-jährigen sinkt dabei um -13%, der Anteil der 30- bis 60-Jährigen um -15%, dafür steigt der Anteil der über 60-Jährigen um +48%.

Bleiben Altersgrenzen in der Beschäftigung im Wesentlichen bestehen, dann wird ein signifikanter Teil des impliziten Wissens von Unternehmen schlichtweg aufgrund dieser Veränderung in der Bevölkerungsstruktur verloren gehen. Parallel dazu wird ein intensiver Wettbewerb um die wenigen jungen und noch wenigeren top qualifizierten jungen Arbeitnehmer ausbrechen. Unternehmen tun also gut daran, sich in beide Richtungen abzusichern.

Dabei ist davon auszugehen, dass lebenslanges Lernen keine Einbahnstraße ist, die von jung zu alt führt, in der also die älteren Arbeitnehmer stets von den jüngeren zu lernen hätten. Im Gegenteil müssen Methoden und Prozesse etabliert werden, um Erfahrung, Wissen und soziale Kompetenz der älteren Arbeitnehmer in zielführender Weise auf die jüngeren zu übertragen.

Dass sich die Arbeitsstile der einzelnen Generationen deutlich voneinander unterscheiden, darf als gesichert angenommen werden. Dabei muss man gar nicht die beiden extremen Enden des Altersspektrums bemühen – schon innerhalb der sogenannten „Millennials“ zeichnen sich entsprechende Unterschiede ab: Während 23-27 Jährige noch fast 7 Stunden pro Woche mit dem Verfassen und Bearbeiten von eMails zubringen, wenden 19-23 Jährige nur noch 4 Stunden dafür auf. Im Gegenzug steigt die Verwendung sozialer Medien.

Speziell jüngere Arbeitnehmer sind aus ihrem Privatleben eine Fülle sozialer Medien gewohnt und erwarten, im Unternehmen vergleichbare Arbeitsinstrumente vorzufinden. Wenn es über Facebook leichter ist, ein Meeting abzustimmen, als über das firmeninterne Collaboration-Tool, man in XING schneller einen Kontakt findet, als im Intranet-Adress-Verzeichnis, oder wenn in einem bestimmten Projekt die Techniken des Social-Bookmarking Produktivität und Dynamik im Team anheben, dann kann man davon ausgehen, dass die Instrumente der sozialen Medien auch im Unternehmenseinsatz verwendet werden. Dies unterstreichen aktuelle Untersuchungen, nach denen 86% aller Arbeitskräfte inoffizielle (nicht von der IT-Abteilung unterstützte) Werkzeuge verwenden, um ihre Produktivität zu steigern.

Übrigens erzeugt der Generationen-Unterschied nicht nur auf Arbeitnehmer-Seite Druck auf die Organisation, sondern auch kundenseitig. In einer 24×7-Gesellschaft, die an dialogorientierte Medien gewohnt ist, werden starre Interaktionen zwischen Kunde und Unternehmen schnell hinterfragt.

Erfolgreich wird ein Unternehmen dementsprechend nur sein, wenn es gelingt, generationengerechte Arbeitswelten zu etablieren, in denen kooperativ auch über verschiedene Arbeitsstile und Instrumente hinweg gearbeitet und wechselseitig gelernt wird.

Für die Arbeitsorganisation bedeutet dies vor allem einen gestiegenen Integrationsaufwand zwischen unterschiedlichen Systemen, die Notwendigkeit nach offenen Schnittstellen für den transparenten Austausch und eine spezielle Sensibilisierung für auftretende Sicherheitsproblematiken.

Kernaussage:
Es gilt sicherzustellen, dass im Angesicht der Vielzahl verschiedener Arbeitsstile nicht nur gleichzeitig, sondern miteinander gearbeitet wird.

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2 Responses

  1. […] Teil 5: Eine Vielzahl von Arbeitsstilen existiert parallel […]

  2. […] This post was mentioned on Twitter by Franz Kuehmayer, Wolfgang Tonninger, Bene, BusinessReadyBlog, WimkoWissensberatung and others. WimkoWissensberatung said: RT @franzku: NEU am Reflections Blog: Der notwendige Umgang mit einer Vielzahl von Arbeitsstilen http://ow.ly/2t2GK #zukunftderarbeit #s … […]

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Franz Kühmayer ist einer der einflussreichsten Vordenker zur Zukunft der Arbeit.
  
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