Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

Eine neue Ethik im Spannungsfeld von Offenheit und Vertraulichkeit

Teil 2 der Kurzserie: Digitale Leadership in der Netzwerkgesellschaft

Die durch soziale Medien und ganz allgemein durch die Demokratisierung des Informationszugangs entstandene neue Transparenz wird gleichzeitig als Segen und Fluch wahrgenommen. Einerseits scheint digitale Technik ein Schlüssel zu mehr Mündigkeit in Kauf- und Politikverhalten zu sein, andererseits ruft sie die Skepsis der Kulturkritiker ebenso auf den Plan, wie sie die Aufmerksamkeit auf neue, alte Probleme wie etwa Datenschutz und Sicherheit lenkt.

“Open” scheint nur solange gut zu sein, wie wir ein subjektives Interesse an Offenheit haben, etwa als Bürger in einem transparent dargestellten Staatshaushalt. Rücken wir jedoch selbst als Objekt in den Brennpunkt der Transparenz, ist schlagartig Feuer am Dach und Big Brother allüberall.

Der entflammte Streit zwischen proprietären und offenen Netzwerken, geschützten und ungeschützten Datenwelten, wird auf Dauer neue Regelsysteme hervorbringen. Normen, Gesetze, Kodizes, die sich in menschlichen Gesellschaften in langsamen historischen Prozessen gebildet haben, werden so auch die sozialen Online-Netzwerke erobern. Die Auseinandersetzungen über Vorratsdatenspeicherung, die Empörung über Google Street View etc. sind Vorboten dieser neuen Ethik des Netzes.

Diese Diskussion ist nicht alleine auf gesellschaftlicher Ebene zu führen, sondern auch innerhalb des Wirkungskreises von Unternehmen. Wie offen ist die Arbeitswelt für die Mitarbeiter gestaltet, zu welchen Daten und Informationen haben sie Zugang, wie sind innerbetriebliche Beteiligungsprozesse gestaltet? Wo ist der firmeninterne “Like”-Button? Mit steigender Offenheit – und daran führt kein Weg vorbei – werden Führungskräfte in ihrer Grundhaltung gefordert. Was wir immer schon gelernt haben, wird durch digitale Transparenz allzu offensichtlich: Autorität erschließt sich nicht aufgrund der Position, sondern wird “von unten” verliehen. Und Vertrauen somit zur entscheidenden Währung im Verhältnis zwischen Management und Mitarbeiter.

Konsequenz für Führungskräfte: Ob Sie als Manager selbst twittern oder andere Social Media Kanäle bespielen, ist vielleicht nicht so wichtig wie die Erkenntnis, dass es lohnend ist, sich mit den den zugrundeliegenden Mechanismen von sozialen Medien auseinanderzusetzen, und sie auf das eigene Unternehmen zu übertragen. Der reife Umgang mit Transparenz und Vertrauen gehört zu den Schlüsselfaktoren.

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Einsortiert unter:Business, Future Of Work, IT & Social Media, Leadership

2 Responses

  1. […] Eine neue Ethik im Spannungsfeld zwischen Offenheit und Vertraulichkeit […]

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