Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

Und wie soll Ihr Büro aussehen?

Die Zukunft der Arbeit war dieser Tage zu Gast bei VITRA, einem der weltweit herausragendsten Möbelhersteller mit Design-Anspruch und Lösungs-Kompetenz. Dabei durfte ich zur zentralen Frage "Wie können Büromöbel aktuelle Veränderungen im Bereich der Arbeitswelten unterstützen?" mit Ute Woltron, Ernst Morgenbesser (Uniqua Immobilienservice) und Fritz Hrusa, dem CEO von Vitra Österreich diskutieren.

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Mein Standpunkt dabei: Kreativität braucht eine inspirierende Athmosphäre, und somit spielt das Büro eine entscheidende Rolle als Rahmenbedingung für hochproduktive Arbeitsprozesse.

Erfolgreiche Unternehmen werden sich dadurch auszeichnen, dass sie Meister im Ausbalancieren scheinbarer Gegensätze sind, so zum Beispiel zwischen Offenheit und Konzentration, zwischen Belastung und Entlastung, zwischen Individualität und Teamwork, Tempo und Kontemplation.

Der Büroraum verkörpert dabei unterschiedliche Rollen: Einerseits als Arbeitsort, der dem einzelnen Mitarbeiter als Rückzugsbereich dient, aber auch für konzentrierte Arbeit, zum Ausbrüten von Ideen. Weiters als priveligierte Raumzone, wie es bspw. Meetingräume sind, zwar für alle zugänglich, allerdings reservierbar und durch Benutzung automatisch für andere gesperrt; hier finden Gruppenarbeiten, Teamwork, Besprechungen, formeller Austausch statt. Und schließlich öffentliche Raumzonen, z.B. die Cafeteria, für alle zugänglich, offen und hauptsächlich für die informelle und soziale Interaktion genutzt.

Zwischen diesen eigentlich voneinander abgegrenzten Zonen ergibt sich zunehmend ein nahtloses Kontinuum: Mitarbeiter arbeiten dank wireless communication den halben Tag lang eben nicht auf ihrem Arbeitsplatz, sondern in der Cafeteria; fürs konzentrierte Arbeiten zieht man sich alleine in einen Meetingraum zurück, usw.

Diese verschwimmenden Grenzen bedeuten aber nicht Beliebigkeit, sondern stellen im Gegenteil die Forderung nach besserer Planung dar. Und eben diese Planung wird sich nicht mehr an der Aufbauorganisation orientieren, sondern an der Ablauforganisation und an der Unternehmenskultur: Teams werden projektorientiert zusammengestellt, Unternehmensstrukturen und Prozesse ändern sich – die Büroarchitektur und die Büromöbel müssen dem nicht nur Rechnung tragen, sondern es unterstützen und fördern.

Denn eines steht ganz klar fest: Sowohl die Massenbürohaltung in legefarmartigen Cubicles als auch die Vereinzelungsanlage des Individualbüros, beides hat ausgedient.

Vitra hat in diesem Zusammenhang mit seiner Philosophie "Net n’  Nest" ein spannendes Möbelkonzept entwickelt, das ausgezeichnet zu diesen Prinzipien passt. Flexibel, funktional, gegensätzlich, sich aber ergänzend und sich wechselseitig erfordernd. Von Hrn. Morgenbesser kamen ebenso spannende Erkenntnisse aus dem preisgekrönten und innovativen Uniqa Tower in Wien.

Die Diskussion war entsprechend lebhaft und inspirierend, einen Eindruck davon können Sie sich in der Berichterstattung im Wirtschaftsblatt und in der Presse verschaffen.

Wie wichtig das gezielte Nachdenken über Ihr persönliches Büro der Zukunft ist, hat Vitra übrigens in der Net n‘ Nest Broschüre gut auf den Punkt gebracht: This is where we spend our day!

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Innovation und Kreativität bestimmen nicht nur die Zukunft der Arbeit, sondern auch die IT

Der Medienkonzern Axel Springer hat eine weitreichende Technologie-Entscheidung getroffen und steigt vollständig auf Apple um – Desktops, Notebooks, dem Vernehmen nach sogar die Smartphones, alles wird Apple. Das ist zunächstmal nur für die betroffenen Lieferanten von Bedeutung, immerhin katapultiert sich das Medienhaus damit mit einem Schlag zum zweitgrößten Apple Kunden der Welt.

Ich will hier auch keine Plattform-Diskussion führen, also ob Windows besser ist oder Apple oder ob nicht überhaupt Linux das genialste Betriebssystem ist. Für alle an solchen Diskussionen interessierte Leser darf ich auf einschlägige Foren verweisen, in denen die Fanboy-/Flamer-Diskussionen mit großer Verve geführt werden.

Nein, darum geht es mir nicht. Vielmehr interessiert mich, aus welchen Gründen eine so umfassende IT-Entscheidung gefällt wird.

Kosten? Ja auch. Vor allem aber möchte der Konzern damit die Unternehmenskultur beeinflussen und zu einer Arbeitswelt beitragen, die der Innovation und Kreativität der Mitarbeiter Rechnung trägt. Der Vorstand hat vier Gründe für den Umstieg genannt:

1. Apple-Computer seien gerade für kreative Prozesse am besten geeignet.

2. Sie würden sich durch einfache Bedienung auszeichnen, die den Anwender in den Vordergrund stellt.

3. Apple stelle die schönsten Rechner her. Mit einem Apple-Gerät sehe jeder einfach schöner aus und dadurch würden möglicherweise die Mitarbeiter noch ein bisschen lieber zur Arbeit gehen

4. Wirtschaftliche Gründe.

        “Apple steht für Kreativität, Innovation, Ästhetik und Kompetenz und ist damit der ideale Partner", wird Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG im Pressetext zitiert, aber am besten, Sie hören Sie den Mann selbst an in diesem Video an die Mitarbeiter seines Hauses:

    Innovation, Kreativität, Design – drei entscheidende Faktoren für die Zukunft der Arbeit. Axel Springer – als Verlagshaus ein hundertprozentiges Unternehmen der Wissensgesellschaft – hat diese Voraussetzungen als entscheidende Parameter auch seiner IT-Strategie erkannt und seine Technologie-Entscheidung entlang dieses Maßstabes bewertet. Beeindruckend.

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Hier spricht der User!

Der deutsch-französische Kabarettist Pigor redet sich in seiner unglaublichen Performance "Nieder mit IT" herrlich in Rage über die vielen vielen Kleinigkeiten, die an IT so richtig nerven und schwört das Publikum darauf ein, Rache für die gebrochenen Versprechen der IT zu üben. Dabei bemäkelt er eine lange Liste an Nervtötern – wie man leicht aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann, durchaus berechtigt…

 

…das ist überaus amüsant, aber es ist auch ein ernster Hinweis: Der User spricht!

Wenn man die Reaktionen von Pigor’s Publikums anschaut, dann ist die IT Branche sicher gut beraten, genau hinzuhören, wenn der User spricht. Das heißt aber nicht unbedingt, dass alle Forderungen umgesetzt werden sollen und schon gar nicht, dass sie in genau der Form umgesetzt werden sollen, wie der User das fordert.

Schön zusammengefaßt wird das von Paul Buchheit, dem Erfinder von GMail: Die meisten der bei seinem kürzlichen Vortrag [via Rolf] präsentierten Erkenntnisse zum Thema User Feedback fallen eher in die Kategorie No-Na, aber es ist doch empfehlenswert, sich den zentralen Teil über "Advice" zu Gemüte zu führen.

Da geht es vor allem darum, dass Kunden die Tendenz haben, Lösungen vorzuschlagen – es aber schlau ist, zunächst das Problem wirklich verstehen zu wollen; denn die Lösungsvorschläge der Kunden basieren auf deren Erfahrung und greifen u.U. zu kurz oder adressieren das eigentliche Problem nicht wirklich:

"At one time I was receiving all those strange feature requests, like the option to reply to email from within the inbox. I was wondering why anyone would love to do that so I asked people why they requested this feature. Turned out, the performance of GMail was so slow users would not open their eMails but rather respond directly. So we fixed the performance of the servers and the feature request went away."

Jedenfalls beginnt alles mit dem Zuhören, und da bietet Web 2.0 geradezu paradiesische Zustände für Markt- Meinungsforscher.

Ein geniales Tool ist beispielsweise Twistory, das aus dem endlosen Strom von Twitter Messages jene herausfiltert, in denen User sagen was sie lieben, was sie hassen, was sie sich wünschen, was sie denken und woran sie glauben. Einfach davorsetzen, zuschauen und inspirieren lassen! [via Ed]

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Franz Kühmayer ist einer der einflussreichsten Vordenker zur Zukunft der Arbeit.
  
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