Reflections on work and life.

Gedanken zu Arbeit und Leben. Von Franz Kuehmayer.

Vater-Karenz

Es ist jetzt ein paar Tage her, dass ich nach mehreren Papa-Monaten wieder ins Business-Leben eingestiegen bin. Die häufigste Frage, die ich aktuell von Freunden und Geschäftspartnern dazu bekomme ist: „Und, wie war’s?“

Die kurze Antwort dazu lautet: „Großartig! Wirklich großartig“. Es gibt aber deutlich mehr und substantielleres zur Vater-Karenz zu sagen.

Was natürlich ganz am Anfang einer Rückschau auf meine Karenzzeit steht, an oberster Stelle, völlig unbestritten, ist dieses unfassbare Glücksgefühl, das unser Sohn auslöst. Und wenn dieses Glücksgefühl nicht nur der kurze Augenblick ist, wenn Papa nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt und vom kleinen Mann angestrahlt wird, sondern sich über Tage und Wochen und Monate erstreckt, die man miteinander zubringt, dann ist das wirklich unfassbar schön. Trotz aller Belastungen, die Vatersein mit sich bringt (schlaflose Nächte wären da zum Beispiel zu erwähnen): Vatersein ist mit absolut nichts im Leben vergleichbar!

Die letzten Monate waren ein absolutes echtes Highlight in meinem Leben, eine wirklich wunderbare Zeit.

Ich habe unserem Sohn jeden Tag bei seiner Entwicklung zusehen können, ihn begleiten können, und darüber gestaunt, wieviel sich da in ganz kurzer Zeit tut.

Auch unsere Beziehung hat sich in diesen Monaten spektakulär entwickelt. Ist ja auch kein Wunder. Zuvor war ich derjenige, der morgens und abends und am Wochenende da ist, und nun derjenige, der den ganzen Tag und zwar jeden Tag da ist. Natürlich hat das massiven Einfluss auf die Vater-Sohn-Beziehung und alleine dafür hat sich die Zeit gelohnt.

Neben diesem großartigen Gefühl habe ich auch vier substantielle Erkenntnisse aus der Zeit mitgenommen:

1. Kompetenzerweiterung

Da sind zunächst einmal ganz operative Erkenntnisse, die sich als Kompetenzerweiterung auch auf das Arbeitsleben übertragen lassen. 

Ich gestehe, dass ich vor Beginn meiner Vaterkarenz schon die Hoffnung hatte, dass mir tagsüber auch ein wenig Zeit für mich persönlich bleiben würde. Für den Bücherstapel auf meinem Tisch, der während der Arbeitszeit immer nur höher wird; für etwas mehr Sport; und für ein paar notwendige private Organisationsaufgaben, die liegen geblieben waren. Das war der Plan. Aber das war natürlich eine naive Illusion, denn:

Lektion 1 als Vater: Kein Plan übersteht den ersten Baby-Kontakt.

Ein Kleinkind zu betreuen ist ein Fulltime-Job. Solange der Knirps wach ist, fordert er 100% Aufmerksamkeit.

Man hat kaum Zeit für irgendwas nebenbei. Am Anfang ist mir das recht belastend vorgekommen, man kommt weder zu dem, was man selbst tun wollte, noch dazu, dem Kind volle Aufmerksamkeit zu schenken, weil man gedanklich woanders ist und eigentlich gerade etwas anderes machen will. Dieser interne Konflikt hat mich anfangs belastet, bis mir dann die Erkenntnis gekommen ist, dass diese zwingende Vereinnahmung eigentlich ein wunderbares Geschenk ist.

In einer Welt, die ohnehin ständig um meine Aufmerksamkeit ringt, gibt es plötzlich diese unentrinnbare Gravitation meines Sohnes, die mich völlig fokussiert werden läßt. 100% präsent zu sein, ganz im Augenblick zu sein. Keine Ablenkungen. Perfekt!

Das ist eine wahre Lektion in Fokussierung, in Priorisierung, in Loslassen-Können von Dingen, die nicht wichtig sind, zumindest nicht im Augenblick.

Dazu kommt: Mit einem Kleinkind ist ein enormes Maß an Multitasking und Agilität gefragt. Dagegen sind die aus Assessment Centern bekannten „Postkorbübungen“ zur gezielten Überlastung von KandidatInnen ein Klacks. Man lernt auf ganz notwendige Art und Weise die richtige Balance zwischen Planung und Flexibilität, zwischen strikten Policies und losen Richlinien, zwischen Disziplin und Spontaneität. Und last but not least, man lernt, wie man eben doch zu den Dingen kommt, die man persönlich tun will. Wie man den 5-Minuten-Slot hier und die 15-Minuten-Schlafpause des kleinen Mannes da für sich selbst nutzen kann.

Also insgesamt, erste Erkenntnis: Karenz ist ein ausgezeichnetes Training für vieles, was man auch im Beruf jeden Tag braucht. Agilität, Priorisierung, Dispziplin, Flexibilität, alles das hat man als Führungskraft ohnehin gelernt und glaubt, darin souverän zu sein, aber alles das wird nochmals auf ganz selbstverständliche und intensive Weise nachgeschärft. Mein kleiner Sohn hat mir nochmals eine sehr gute Auffrischung meiner Arbeitstechniken verpasst.

2. Prioritäten.

Es geht ja nicht nur darum, die Dinge richtig zu tun, sondern vor allem: Die richtigen Dinge zu tun.

Meine Karenzzeit ist mit dem heissesten Sommer in der Geschichte zusammengefallen. Er war geprägt von zahlreichen Hitzewellen und starken Gegensätzen: Massive Dürre hier, Starkregen, Überflutungen und Verwüstungen an anderer Stelle. Fachleute sind sich einig, dass extreme Hitzesommer wie der diesjährige die Regel werden, ein Vorbote sind auf den sich beschleunigenden Klimawandel.

Der Sommer 2022 war also auch in dieser Hinsicht ein Blick in die Zukunft. Eine Zukunft, in der unser Sohn leben wird, und eine Zukunft, deren Gestaltung in der Verantwortung meiner Generation liegt.

Ein Kind zu haben, ist ein massiver Verstärker des eigenen Verantwortungsgefühls. Man denkt eben nicht mehr nur im Horizont des eigenen Lebens, sondern weit darüber hinaus.

Natürlich muss man keine Kinder haben oder in Karenz gehen, um ganz ernsthafte Überlegungen in Richtung Nachhaltigkeit anzustreben, aber ich kann für mich sagen: Bei mir hat das einen ordentlichen Boost ausgelöst.

Mir ist klar geworden, dass Klimawandel in meiner täglichen Praxis – abgesehen vom ohnehin offensichtlichen, wie Energie sparen und Fleischkonsum reduzieren – noch viel zu abstrakt ist und ich werde die nächsten Monate damit zubringen, sowohl privat wie auch beruflich entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Erkenntnis Nummer 2 also: Karenz führt zu Perspektivenwechsel. Dieser neue oder doch zumindest geschärfte Blickwinkel gilt im Bereich der Nachhaltigkeit, verschiebt aber auch in anderen Themen den Horizont der Handlungen, bei Ernährung, bei Sport, bei Gesundheit und vielen anderen.

3. Unser Leben ist soviel mehr als Arbeit.

Die zentralen Thema meiner Forschung drehen sich ja um die Zukunft der Arbeit. Ich schätze den Wert der Arbeit sehr hoch als insgesamt sinnstiftendes und befriedigendes Element des menschlichen Lebens.

Dass wir diesem sehr umfangreichen und eben auch sehr wichtigen Teil unseres Lebens viel, aber nicht ZU viel Bedeutung zumessen sollten, das ist dritte Erkenntnis aus meiner Karenzzeit. 

In diesen Monaten ist in meinem Leben zu Hause viel mehr passiert als in meinem Unternehmen ohne mich. Jeden Tag hat sich unser Sohn ein bisschen weiterentwickelt, und haben wir haben gemeinsam unvergessliche Erinnerungen gesammelt. Wie unendlich schade wäre es gewesen, das wegen einiger e-Mails oder Meetings zu verpassen. 

Wir müssen uns vielleicht eine Spur öfter daran erinnern, dass – vor allem in großen Unternehmen – jeder nützlich ist, aber niemand unersetzlich. Wir alle werden eines Tages an unseren Arbeitsplätzen ersetzt werden, sei es wenn wir einen anderen Job annehmen, sei es, wenn wir in den Ruhestand gehen oder sei es ultimativ wenn wir sterben. Das Unternehmen wird das aushalten, egal an welcher Position wir sind – einfacher Mitarbeiter, mittleres Management oder Geschäftsführerin.

Wir sind nicht so wichtig, wie wir vielleicht denken. Außer für den kleinen Menschen, der zu uns Papa oder Mama sagt.

Diese Erkenntnis ist übrigens auch gültig, selbst wenn Sie keine Kinder haben – für die Menschen in ihrem Leben, für ihre Familie, ihre Freunde, sind Sie soviel wichtiger als für Ihr Unternehmen. Machen Sie sich das immer wieder bewußt und: Handeln Sie entsprechend, vor allem im Einsatz ihrer persönlichen Ressourcen Zeit und Energie.

4. Zeit, Geld und Rollenbilder

Zeit ist im Leben mehr wert als Geld, aber ohne Geld läßt sich halt Zeit schwer frei gestalten. Das ist natürlich keine sonderlich erfrischende Erkenntnis, sondern eher eine Binsenweisheit aus dem Kapitel der Kalendersprüche. 

Wenn ich hier über meine Zeit in der Papakarenz spreche, dann ist mir völlig klar, dass schon alleine die Möglichkeit dazu zu haben, keineswegs selbstverständlich ist, sondern im Gegenteil eine Errungenschaft progressiver Gesellschaften und eine Chance, die sich nur in ökonomisch wohlständischen Strukturen ergibt.

Nur in weniger als der Hälfte der Länder Erde gibt es das Prinzip der bezahlten Karenz überhaupt, der Großteil davon gewährt nur sehr kurze Elternzeiten und auch das vornehmlich für Mütter. Es ist also schon mal ein enormes Privileg, in einem Land zu leben, das Väterkarenz überhaupt möglich macht. In Österreich existiert dieses Recht übrigens nicht erst seit kurzem, sondern seit 30 Jahren. Dennoch ist Kinderbetreuung in der Praxis immer noch überwiegend Frauensache – nur 5% der Väter nehmen Papakarenz in Anspruch, und weitere 5% haben ihre Arbeitszeit verringert, um ihre Kinder zu betreuen. Das heißt, dass 90% aller Väter dieses Privileg des Sozialstaates nicht Anspruch nehmen, obwohl sie es könnten. 

Viel zu wenige Männer verbringen viel Zeit mit ihren Kindern. Väterkarenz führt weiterhin ein Schattendasein.

In meiner Wahrnehmung gibt es dafür drei Gründe:

Erstens, tradierte Rollen- und Karrierebilder. Natürlich gibt es einen seit langem wirksamen gesellschaftlichen Trend in Richtung Gender Equality, wir beschreiben ja auch in der Trendforschung diesen Megatrend, aber Wertevorstellungen ändern sich nur langsam.

Ein zweiter Grund ist ganz real in Karrierepfaden und Gehaltsschemata zu finden. Dass man die beiden Worte „Kind“ und „Karrierkiller“ in unzähligen Artikeln gemeinsam findet, ist leider keine sensationslüsterne Journalistik, sondern nüchterne Tatsache.

Ein Beispiel: Es kehren bis zum 15. Lebensjahr des Kindes nur knapp 70% aller Frauen wieder ins Arbeitsleben zurück und unter diesen 70% der erwerbstätigen Mütter liegt die Teilzeitquote bei 75%.

Bei Männern ist es dagegen genau umgekehrt: Es sind mehr Väter vollzeitbeschäftigt als Männer insgesamt! Und: Je besser der Mann verdient, umso kürzer fällt die Vaterkarenz aus. Auch heute noch gibt also der Vater beruflich Vollgas, weil – oder damit ?! – die Frau zu Hause bleibt oder maximal Teilzeit arbeitet. Damit manifestiert sich das Rollenbild noch weiter.

Arbeitszeit ist das eine, Karriere-Entwicklung ist das andere. Und diese beiden Seiten spielen zusammen, und ergeben einen familienpolitisch grundfalschen Mix: Männer mit Kindern verdienen im Grunde gleichviel wie Männer ohne Kinder, wohingegen Frauen einerseits schon von vornherein weniger als Männer verdienen, und andererseits Frauen mit Kindern nochmals weniger Einkommen erzielen als Frauen ohne Kinder.

Es gibt also viel zu tun, und das ist ein Wake-Up-Call für Unternehmen, Familienpolitik ist nicht nur Sache des Staates, sondern ganz operativ der Betriebe: Wie gut steht es um die Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben, gibt es Kinderbetreuungsangebote, ist Teilzeitarbeit ein Abstellgleis oder sind auch praktisch alle Jobs – alle! auch Führungsjobs! – in Teilzeit möglich, ist es völlig selbstverständlich, dass der Vorstand um 14 Uhr seine Tochter aus dem Kindergarten abholt – und zwar jeden Tag usw. usw. Das Portfolio ist riesengroß, und vor allem nicht nur mit HR-Angeboten zu bestücken, denn es liegt – wie so oft – auch und vor allem an der Kultur.  

Der dritte Grund, warum Väter zu selten in Karenz gehen ist jener, den ich vorhin schon angesprochen habe: Allzuviele Männer können es sich ganz abstrakt nicht vorstellen, Beruf und Karriere eine andere Priorität zuzuweisen, als ihren Kindern. Diese Vorstellung wird natürlich verstärkt durch die beiden erstgenannten Faktoren: Wenn Männer erleben, dass sozusagen nicht einmal für Frauen, die traditionell die Kinderarbeit übernehmen, ausreichend gute Unterstützungsangebote vorhanden sind, und Karrieren völlig selbstverständlich ganz normal weitergehen können, wie soll es dann für den „Sonderfall“ sein, wenn der Mann Vater in Karenz geht? Gekoppelt mit der Tatsache, dass aufgrund der geschlechtsspezifischen Gehaltsschere Männer einen größeren Teil zum Familieneinkommen beitragen und dem ohnehin männlichem Selbstverständnis der Unersetzbarkeit im Beruf führt das zu der aktuellen Situation.

Also, vierte Erkenntnis: Liebe Geschlechtsgenossen: Nehmt lieber nicht Euch selbst im Beruf so wichtig, sondern lieber Eure Familien. Und liebe Unternehmen: Tut was. Denn wenn es so weitergeht, dann bleibt es beim aktuellen Zustand und der Tatsache, dass alles andere dürre Floskeln sind. 

Der Blick nach vorne

Die New York Times hat einen Artikel zum Thema mit der Schlagzeile „Paternity Leave Has Long-Lasting Benefits. So Why Don’t More Men Take It?“ betitelt. Ich kann dazu aus eigener Erfahrung nur sagen: Nicht nur, dass ich selbst keine Minute dieser Zeit missen möchte; nicht nur, dass es unserem Sohn und unserer kleinen Familie enorm gut getan hat – es war auch eine wirklich sinnvolle Investition in die Zukunft. In die Zukunft unseres Kindes, unserer Ehe und auch in meine eigene Zukunft, persönlich und beruflich. Ich mag jedem werdenden Vater zu 100% dazu raten und ich werde mich in Zukunft auch im Rahmen meiner eigenen Forschung und Beratung viel stärker mit dem Themenkomplex Familie und Arbeit beschäftigen.

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Weltenbrand und Morgenröte

Wir sind nicht allmächtig, aber auch nicht ohnmächtig. Wir können etwas tun. Diese Überzeugung ist auch unter dem apokalyptischen Eindruck des Krieges ungebrochen – ja, geradezu im Gegenteil, sie ist stärker als je zuvor. Denn so sprachlos uns die Katastrophe in der Ukraine macht, sie darf uns nicht tatenlos werden lassen. Jetzt sofort. Aber auch langfristig. Denn der Feuerschein des Krieges kann den Weltenbrand auslösen, oder eine neue Morgenröte sein.

Ich habe mir Zurückhaltung auferlegt, etwas zu dem Krieg in der Ukraine zu sagen. Zu sehr bin ich selbst erschüttert und zu schal und belanglos erscheinen mir Worte im Lichte dieser menschlichen Katastrophe. Ich weiß aus Gesprächen mit Freunden, Bekannten, Kunden und Geschäfspartnern, dass es vielen so geht in diesen Tagen.

Aber unsere erste Reaktion der völligen Fassungslosigkeit darf uns nicht auf Dauer vereinnahmen und in Zaum halten. 

Ich habe ich stets dem Possibilismus das Wort geredet – der festen Überzeugung, dass wir Gestalter sind, Möglichmacher, dass wir die Zukunft und unser Schicksal formen. Diese Überzeugung ist auch im Angesicht des Krieges in der Ukraine ungebrochen, im Gegenteil, sie ist stärker als je zuvor.

Das blanke Entsetzen.

Ich habe gestern mit einer Stammhörerin meines Podcasts telefoniert. Sie ist Managerin in einem internationalen Konzern, der ein Kunde von mir ist und sein Eastern Europe Headquarter hier in Wien hat. Diese Firma hat Niederlassungen auch in Russland und in der Ukraine. Das Büro in Russland wird zugesperrt, die Managerin ist grade dabei, das abzuwickeln. Aber vor allem sind sie und ihr Team damit beschäftigt, die Familien der Mitarbeiter in der Ukraine zu kontaktieren, zu versorgen und auch zu evakuieren, und ihnen im sicheren Ausland Unterkunft und auch Perspektive zu geben. Und zwar nur die Frauen und die Kinder, denn die Männer dürfen nicht ausreisen, sondern müssen im Krieg kämpfen.

Es ist so unfassbar. Es ist ein Albtraum.

Ich bin entsetzt über das Elend, das der Krieg auslöst, über das Leid, das Tyrannen über Menschen bringen können.

Bei mir hat dieses Entsetzen durchaus Sprachlosigkeit ausgelöst. Dabei geht es nicht nur um das Ringen um die richtigen Worte, ob ich zu dieser entsetzlichen Lage noch etwas Kluges sagen könnte, etwas noch nicht Gesagtes. Sondern daran, überhaupt etwas sagen zu wollen und zu können.

Denn der Krieg hat auch das Nachrichten- und Kommentar-Geschäft ohnehin auf unfassbare Weise beschleunigt und verstärkt. Im Irak-Krieg, mit seinen embedded journalists, waren wir erstmals ständige Zeugen des Irrsins des Krieges, live dabei. In der vernetzten, mit mobilen Devices ausgestatteten Welt von heute braucht es nicht mal mehr Kriegsberichterstatter, wir sind nicht nur live dabei, sondern mitten drin.

Zumindest in der Bilderwelt, der sich so mancher kaum noch entziehen kann. Aber natürlich sind wir nicht wirklich mitten drin, auch wenn der Krieg so nahe an unsere Heimat gekommen ist, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Selbst wenn wir hier in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz oder überhaupt im sogenannten Westen politische und wirtschaftliche Folgen erleben, so sind wir hier dennoch nicht die Betroffenen — die wirklich Betroffenen, das sind selbstverständlich die Menschen in der Ukraine, denen gerade die Städte und Häuser zerbombt werden und deren Leben auf dem Spiel steht, und es sind jene Menschen, die aus dem Kriegsgebiet fliehen, fliehen müssen, ihr Hab und Gut und auch ihre Lieben zurücklassen müssen. Das sind die Betroffenen.

Die Stunde der Taten.

Diese Betroffenheit braucht keine Worte, sie braucht Taten. Die Menschen in der Ukraine, aber auch die Menschen in Russland, die unter der Diktatur leiden, brauchen keine Kommentare, sondern Hilfe. Das ist das Gebot der Stunde.

Meine Bitte an Sie alle ist: Was auch immer Sie tun können, wo auch immer Sie sich einbringen können, um zu helfen: Tun Sie es, und tun sie es jetzt. Tun Sie es privat, als Bürgerin und Bürger, tun sie es aber auch im Rahmen ihrer beruflichen Einflussmöglichkeiten. Sei es durch Spenden, durch aktive Tatkraft, durch Unterkünfte, durch Hilfsgüter, tun sie es zur Unterstützung der Millionen Geflohenen, tun sie es zur Unterstützung der Menschen vor Ort – egal, was, aber bitte tun Sie etwas.

Unsere Sprachlosigkeit darf nicht in Tatenlosigkeit münden, der Schrecken, der in uns gefahren ist, muss im Gegenteil neue Energien freisetzen. Jetzt, sofort, kurzfristig. 

Ein Albtraum aus vergangen geglaubten Zeiten.

Wir müssen aber auch mittel- und langfristig handeln. Und dazu möchte Ihnen Mut machen, und ganz ehrlich: Auch mir selbst Mut machen.

Denn natürlich ist es ein Albtraum, was in der Ukraine passiert. Wie aus längst vergangenen Zeiten. Ich bin noch aus der Generation, deren Eltern und Großeltern zwei Weltkriege erlebt haben, deren Erzählungen und manchmal auch deren Schweigen Bände darüber gesprochen hat, welch unfassbare Gräuel der Krieg mit sich bringt. Und so eindrücklich diese Bände waren, und die Bilder, die sie im Kopf ausgelöst haben, so sehr war es doch ganz klare Vergangenheit. Eine grauenvolle Zeit, aber eine, die hinter ihnen lang und hinter uns lag. 

Die Gegenwart meiner Jugend war das Gleichgewicht des Schreckens, die ständig präsente gegenseitige Bedrohung der bis an die Zähne bewaffneten Atom-Mächte – aber gleichzeitig steckte in dieser Projektion einer möglichen vollständigen Auslöschung auch die perverse Sicherheit, dass eben genau das nicht passieren würde. Den Knopf, der die Apokalypse auslösen würde, den würde niemand drücken, der einigermaßen bei Verstand ist. Das haben wir damals nicht nur geahnt und gehofft, sondern wohl auch als tatsächlich gegeben angenommen. „Der Russe steht vor der Tür“, war damals eine Redewendung — damit hatten wir uns abgefunden, aber auch darin Trost gefunden, dass er zwar ständig vor der Tür steht, aber dort auch bleiben würde.

Geteiltes Europa.

Viel praktischer haben wir die Konsequenz dieser bipolaren Weltordnung im Alltag erlebt, durch die Teilung Europas, durch den eisernen Vorhang. Am Deutlichsten ist das natürlich in Deutschland, und besonders in Berlin zu Tage getreten, aber auch hier in Österreich war das ganz eminent zu spüren. Die Grenze zu dem, was man damals Ostblock nannte, ist nur wenige Kilometer von Wien entfernt. Zwei Meter hohe Stacheldrahtzäune, Minenfelder und Wachtürme. Dahinter begann in meiner Jugend eine andere, eine fremde Welt. Wobei, genauer gesagt, hatte diese Welt schon vor der Grenze ihre Spuren hinterlassen — je näher man Richtung Osten gefahren ist, umso dünner besiedelt war das Land, umso grauer erschien es, umso weniger Straßen, Zugverbindungen, Leben gab es.  Das Land war eindeutig nach Westen ausgerichtet, weg von dem streng bewachten Zaun zu unseren Nachbarn.

Entlang der Grenze, einige Meter auf österreichischer Seite, waren Schilder aufgestellt: „Keine Angst, Sie sind in Österreich, sie sind in Sicherheit.“. Die Schilder galten den wenigen, denen es gelungen war, den eisernen Vorhang auf der Flucht zu überwinden. Ich weiß nicht, ob sich irgendjemand, der heute ganz beiläufig mit dem Zug oder dem Auto über eine Schengengrenze fährt, ohne anzuhalten, ohne Kontrolle, ohne Angst, sich vorstellen kann, was Menschen empfunden haben müssen, die diese Schilder damals gesehen haben.

Diese Teilung war aber nicht nur eine geografische, sondern vor allem eine politische und damit auch eine der Wertung. Hier, im Westen, waren wir natürlich die Guten – dort drüben, im Osten, da herrschte das böse Regime. Selbstverständlich bezog sich diese Wertung nicht auf die Menschen dies- und jenseits der Grenze, ein Urteil war es dennoch. Und damit auch der Grundstein für Identitätsstiftung, für Motivation und Begeisterung.

Ich kann mich noch wirklich lebhaft an die sogenannte Ostöffnung erinnern, daran, dass wir es noch Tage, ja Stunden davor für unmöglich gehalten haben, dann an die Grenzöffnungen, an die symbolischen Akte des Zerschneidens des Zauns durch Politiker, an die Fahrzeugkolonnen, die zum ersten Mal in den Westen gekommen sind, an die Freude der Freiheit, an die die Freude darüber, eine weitgehend friedliche Revolution zu erleben, an den Optimismus, der diese Tage und Jahre geprägt hat, an die Hoffnung, dass nun überwunden sein würde, was uns geteilt hat. Klar, da war einiges an der positiven Emotion naiv, und dass das Zusammenwachsen uns alle fordern würde, und bis heute noch fordert, das gehört zu der Selbstverständlichkeit dieser größeren Schicksalsgemeinschaft, die Europa ist.

Wenn ich das so erzähle, dann klingt auch das wie eine Geschichte aus längst vergangenen Zeiten. Ein unüberwindbarer Gegensatz zwischen dem Westen und dem Osten, Russland als Feindbild, die Teilung Europas, Menschen auf der Flucht vor einem dikatorischen Regime, und vor allem vor den Schrecken des Krieges. All das schien uns bis vor Kurzem fern, in anderen Teilen der Welt noch existierend, aber nicht hier, nicht in Europa, nicht wenige Kilometer von Wien, von Österreich, von Deutschland entfernt.

Unsere Verantwortung. Unsere Erlösung.

Es ist ein Albtraum. Und neben dem Lindern der unmittelbaren Not, die dieser Albtraum ausgelöst hat, liegt unsere Verantwortung darin, sicherzustellen, dass wir aus dem Albtraum erwachen und nie wieder so schlecht träumen.

Possibilismus, das heißt anzuerkennen, dass man zwar nicht allmächtig ist, nicht alle Probleme der Welt lösen kann, ja noch nichtmal alle Probleme in seinem eigenen Einflussbereich lösen kann. 

Aber gleichzeitig auch die Gewissheit zu haben, dass man nicht ohnmächtig ist. Dass wir zwar nicht alle, aber doch manche Dinge bearbeiten können, lösen können. Wir sind nicht allmächtig, aber eben auch nicht ohnmächtig.

Wir sind nicht allmächtig, aber auch nicht ohnmächtig. Wir sind wirkmächtig.

Franz Kühmayer

Das ist der zentrale Satz des Possibilismus, den ich vertrete: Wir sind wirkmächtig. Wir können etwas bewegen. Und es ist unsere Aufgabe, unsere Pflicht, aber auch unsere Erlösung, dass wir das können und dass wir unsere Wirkmacht dazu verwenden, die Welt ein Stück besser zu machen.

Die Konsequenzen des Krieges treffen, wie gesagt, zu allererst die Betroffenen. Keine Frage. Sie treffen aber mittel- und langfristig alle Menschen.

An unseren Gesellschaften und unserem sozialen Zusammenhalt rütteln zum Beispiel die Kriegsgewinnler, die gerade die Rohstoffpreise nach oben treiben, und sich goldene Nasen am Krieg verdienen. Der Krieg beschneidet unsere finanziellen und politischen Freiräume, unsere Zukunft zu gestalten, und uns den wirklich wichtigen Fragen der Menschheit zu widmen. 

Der Krieg führt auch zum Wiederauferstehen der Falken. Jener Militärs und Sicherheitsberater, die endlich den compelling case dafür gefunden haben, Rüstungsbudgets allerorts milliardenschwer aufzublasen. Und damit auch das Potential, uns in einer Konflikthaltung noch weiter zu verfestigen, wieder zurück zum Gleichgewicht des Schreckens zu kommen. Ist das verständlich? Ja klar. Aber ist es hilfreich? 

Die Hoffnung.

Ich habe eine andere Hoffnung, nämlich dass wir uns im Angesicht des Krieges und des Leids, das er auslöst, nicht noch weiter bewaffnen, sondern im Gegenteil, die Friedensbemühungen vorantreiben, den Ausgleich der Interessen. Dass wir nicht Milliarden für noch mehr Waffen flüssig machen, sondern Milliarden für eine fairere, gerechtere Welt, in der es weniger Konflikte gibt. Wir Menschen sind in unserem Schicksal mehr denn je miteinander verbunden.

Wie können wir denn auf der einen Seite von globalen Herausforderungen sprechen, die wir nur global lösen können – wie zum Beispiel der Klimakrise – und uns gleichzeitig in eine permanente Konflikthaltung wie in der Blütezeit des Kalten Krieges zurückversetzen? Wie können wir in die Zukunft blicken, und uns damit abfinden, dass wir 30 Jahre nach dem Niederreissen des Eisernen Zauns einen neuen errichten, fünf/sech-hundert Kilometer weiter östlich? Was hilft es mittel und langfristig in Gut und Böse zu denken und auch zu teilen?

Wir brauchen mehr Kooperation und weniger Konfrontation. Wenn ich über Possibilismus spreche, und über positive Leadership, dann ist das immer eine konkrete, eine pragmatische Perspektive. Es ist niemals esoterisches Geschwurbel, es ist niemals rosa-bebrillte-Wohlfühl-Rhetorik und es ist auch niemals naiv. 

Der Krieg, so apokalyptisch er ist, ist, wie jede Krise, ein Evolutionsbeschleuniger. Er redefiniert das Morgen.

Der Feuerschein des Krieges kann den Weltenbrand auslösen, oder eine neue Morgenröte sein. 

Franz Kühmayer

Wenn wir die Zukunft gestalten wollen, dann müssen wir vor allem von drei Wahrheiten überzeugt sein.

Erstens, dass uns diese Zukunftsgestaltung tatsächlich gelingen kann. Dass wir nicht einem unentrinnbaren Schicksal ausgesetzt sind, dass unsere Lebenswege nicht vorbestimmt sind, sondern dass wir Täter sind, Täter und Schöpfer unserer eigenen Zukunft.

Zweitens, dass uns dieses Erschaffen der Zukunft gemeinsam besser gelingen wird, als alleine. Dass wir nicht nur schöpferische Wesen sind, sondern soziale Wesen, empathische Wesen, dass wir nicht nur miteinander auf der Welt sind, sondern auch füreiander.

Und schließlich drittens, dass wir das nicht nur können, sondern auch sollen, ja geradezu müssen. Dass das unser Auftrag ist. Nicht ein Auftrag, den uns ein höheres Wesen erteilt, sondern jener, den wir uns selbst erteilen. Jeden Tag aufs Neue, in unserem eigenen Interesse und in unserer Verantwortung für die Welt und die Zukunft.

Wir können es. Wir können es gemeinsam. Und wir sollen es.

Tun wir es.

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Jahreswechsel, und der Sinn des Lebens.

2020 – Wie kann man auf dieses Jahr zurückblicken, ohne zu sagen: Früher war alles besser.

Schließlich hat uns das zu Ende gehende Jahr wirklich einiges abgefordert, beruflich, privat, gesellschaftlich, wirtschaftlich. Dieses Jahr hat viele Entbehrungen mit sich gebracht, daher gibt es eine Sehnsucht danach, dass es doch irgendwann – und zwar bitte möglichst bald! – wieder so sein möge, wie damals.

Damals, als wir noch reisen konnten.
Damals, als wir unsere Freude treffen konnten, und sogar in den Arm nehmen.
Damals als wir nicht voller Sorge um unsere eigene Gesundheit, unsere Mitmenschen, unsere Arbeitsplätze und Betriebe waren.

Die Sehnsucht nach der Normalität: Sie ist nachvollziehbar, aber sie verklärt natürlich – wie immer, wenn der Satz fällt, dass es früher besser gewesen sei. Sie verklärt und vernebelt vor allem die Tatsache, dass die Zeit auch früher nicht normal war. Dass wir auch ohne Corona Bruchlinien in unserer Realität vorgefunden haben.

Auch ohne diese Epidemie war klar, dass es so nicht weitergehen kann: Dass wir neue Antworten auf die Balance zwischen Ökonomie und Ökologie brauchen; dass immer mehr Menschen eine andere Vorstellung davon haben, was gelungene Karrieren ausmacht und wir daher als Arbeitgeber und Führungskräfte gefordert sind; dass Digitalisierung nicht nur Wertschöpfungsmodelle erschüttert, sondern sogar unsere Daseinsberechtigung als Menschen in der Arbeitswelt in Frage stellt; dass in unseren Gesellschaften die Polarisierung zunimmt und wir uns auf die Suche nach neuen Gemeinsamkeiten oder zumindest dem Wiederentdecken von alten Gemeinsamkeiten machen müssen; dass wir Europa neu definieren müssen, weil wir innere Spannungen von Brexit bis Ungarn auszugleichen haben, und weil von aussen die Frage nach der Rolle Europas im globalen Kontext gestellt wird.

Die Liste ist lang, und man könnte sie noch weiter ergänzen und fortführen, denn da gibt’s noch vieles mehr, das auch schon vor dem März 2020 auf der Agenda gestanden ist. Und es ist nicht nur viel, es ist auch ziemlich heftig, die Aufgabenstellungen auf dieser Liste sind keineswegs einfach zu lösen.

Also auch vor Corona war nicht alles normal.

Früher war nicht alles besser. Früher war einfach nur früher.
Und die gute alte Zeit ist bei kritischer Beschau vor allem: alt.

Der Blick zurück hilft uns nur dann, wenn wir sehr differenziert beurteilen, was von damals erhaltenswert ist, was wir vor starken Veränderungen beschützen wollen, was wir in die Zukunft mitnehmen möchten.

Blicken wir also nach vorne. Und stellen wir sinngemäß die gleiche Frage, wie eingangs:

Wie kann man auf das kommende Jahr blicken, ohne zu sagen: Es wird alles besser?

Denn so wie die Nostalgie, die zurückblickt, verklärt, so verklärt auch die Hoffnung, die nach vorne blickt.

Sie hofft auf das Ende des Lockdowns, weil dann wieder der fröhliche Alltag einkehrt. Sie hofft die baldige Impfung herbei, weil damit die Pandemie besiegt sein wird. Sie hofft auf die Amtsübernahme von Joe Biden, weil damit wieder Vernunft in die U.S.Politik einkehren wird.

Die Hoffnung ist damit auf die gleiche Art und Weise naiv, wie die Erinnerung.

Beide gedanklichen Richtungen sind in ihrer Naivität wichtig, nicht zuletzt, weil sie uns helfen, Widrigkeiten die wir erlebt haben, oder die wir noch antizipieren, auszublenden, weil sie uns damit stützen, uns Energie und Zuversicht spenden. Ganz besonders die nach vorne gerichtete Hoffnung hat diese Kraft.

Aber unser Denken und unser Sehnen darf nie auf Vollständigkeit ausgerichtet sein, nicht auf einen bestimmten Augenblick, ab dem alles besser sein wird. Denn natürlich stellt sich in der Realität niemals die Erlösung ein, die wir mit der Hoffnung verknüpfen.

In unserem Leben wird auch nach dem Ende des Lockdowns nicht alles nur eitel Wonne sein, es wird auch künftig die Mühsal des Alltags beinhalten; auch nach der breitflächigen Verfügbarkeit der Impfung wird die Corona-Krise nicht schlagartig überwunden sein; die US Politik wird uns auch künftig herausfordern und irritieren. Und so weiter.

Klar, man kann sich bestimmte Ereignisse herbeiwünschen und daraus eine Verbesserung des Status Quo ableiten. Aber selbst ein Lotto-6er macht den Gewinner nicht grenzenlos glücklich und sorgenfrei.

Irgendwas ist ja immer.

Das darf uns nicht davon abbringen, nach vorne zu blicken und zu streben. Im Gegenteil.

Anzuerkennen, dass unser Leben eine Herausforderung ist und immer bleiben wird, auch nach Corona, nach Joe Biden, nach dem Lotto-6er, die Tatsache annehmen zu können, dass unser Dasein immer aus Ambition und Bemühen, aus Gelingen und auch aus Scheitern besteht, aber niemals aus Vollständigkeit – das anzuerkennen, ist ein wichtiger Reifeprozess.

Und es ist eine unglaublich erquickliche Botschaft. Denn sie befreit uns vor dem Gedanken an ein unentrinnbares Schicksal und befeuert unseren Antrieb, etwas zu unternehmen.

Es gibt den Faust’schen Moment nicht, und es gibt ihn glücklicherweise nicht. Wir sind ewig Suchende.

Der Sinn des Lebens ist nicht die Vollständigkeit, sondern die Unvollständigkeit. Was uns vorantreibt, ist nicht der Gedanke daran, dass es den einen erfüllenden Tag in unserem Leben gibt, der uns glücklich macht. Sondern, was uns antreibt, das ist die Zuversicht, dass morgen ein besserer Tag sein kann als heute. Und dass das für Übermorgen aufs Neue gilt.

Dass wir uns entwickeln können, wachsen können, lernen – dass wir gestalten können. Jeden Tag, immer wieder.

Als Trendforscher werde ich häufig und gerade auch zum Jahreswechsel immer wieder gefragt: Wie ist das, wenn Sie an morgen denken: Sind sie da Optimist oder Pessimist? Und meine Antwort lautet immer: Weder noch – ich bin Possibilist. Ich glaube daran, dass es Möglichkeiten gibt.

Ich bin kein Optimist, weil ich nicht daran glaube, dass die Welt von alleine besser wird. Und ich bin kein Pessimist, denn die Welt wird auch nicht automatisch schlechter. Zukunft wird gemacht, und sie ist nicht alternativlos.

Ich bin Possibilist, die Welt läßt sich gestalten, sie bietet uns Handlungsspielräume, Chancen und Möglichkeiten. Jeder Tag bringt solche Möglichkeiten. Jeder einzelne Tag.

Das Jahr 2021 hat 365 davon. Nutzen wir sie!

Alles Gute zum Neuen Jahr.

Filed under: Leadership, Life, Zukunft

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Franz Kühmayer ist einer der einflussreichsten Vordenker zur Zukunft der Arbeit.

 

Kontakt: hallo @ franzkuehmayer.com

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