Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

Das zeitgenössische ABC

Der digital Lifestyle ist Realität geworden – damit wird der Computer zu einem zentralen Werkzeug und Katalysator der Bildung.

Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade „Media Literacy“ der Initiative twentytwenty.

Es kann kein Zweifel mehr daran bestehen: Der Umgang mit Informationstechnologie hat sich zu einer weiteren Kulturtechnik entwickelt. Doch technologische Fähigkeiten alleine sind nicht ausreichend: Angesichts der vielfältigen Lebens- und Arbeitsbereiche, die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) inzwischen berührt, geht es nicht mehr nur darum, die Handhabung zu beherrschen, sondern die Auswirkungen auf das tägliche Privat- und Berufsleben zu verstehen. Der Computer stellt ein einzigartiges Werkzeug für den Einsatz im Unterricht dar – und diese Chance erschließt sich nicht alleine durch das Aufstellen von PCs im Klassenzimmer.

Abgesehen von der Relevanz von Computerkenntnissen für das Privat- und Berufsleben verspricht der Einsatz von IT in Schulen nachgewiesenermaßen eine Reihe von Vorteilen: Darunter verbessertes Lernen, gesteigertes Engagement der Schüler, bessere Ausrichtung auf zukünftig geforderte Kompetenzen, Schließen der digitalen Spaltung der Gesellschaft. IT ist also gleichermaßen Katalysator für Bildung und unverzichtbares Instrument der Bildung.

Um aber seine vollen Vorteile auszuspielen, muss der Einsatz von Technologie in Schulen weit über die Phase des Ersetzens bestehender Arbeitsmittel hinausgehen. Personalisiertes Lernen bedeutet eben nicht, Technologie zu verwenden, um hergebrachte Unterrichtsmethoden auf moderne Art weiterzuführen, sondern selbstgewählte Lernprogramme zusammenzustellen und umzusetzen.

Die Rolle der Schule und der Lehrer wird dabei neu zu bewerten sein. Wenig überraschenderweise gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der IKT-Fitness der Lehrer und dem Erfolg des Einsatzes von IKT im Unterricht. Doch wie auch schon heute werden auch künftig Schüler auf diesem Sektor„mehr wissen“ als Lehrer. Die Autorität der Lehrer ergibt sich also nicht als Funktion ihres IT-Fachwissens, sondern als Funktion ihrer pädagogischen Einstellung.

Eine weitere entscheidende Determinante ist die Einbettung von IKT in eine umfassende Bildungsstrategie, sowohl hinsichtlich der aktuellen Ausstattung als auch der Einbindung der vielschichtigen Möglichkeiten von IKT in den Unterricht. Denn die Tatsache, dass Kinder gerne und spielerisch mit IKT umgehen, legt einen idealen Nährboden dafür, dass durch die Nutzung von IKT in einem breiten Fächerkanon selbstmotiviertes und kreatives Lernen möglich ist.

Und schließlich muss der verantwortungsvolle Umgang mit IT erlernt werden (übrigens auch von Erwachsenen!). Jenseits von erhobenen Zeigefingern gilt es aufzuarbeiten, wodurch Glaubwürdigkeit von Information legitimiert ist, welche Konsequenzen sich aus dem Verschwimmen von Grenzen der Privatsphäre ergeben, wie Risiko und Sicherheit ausbalanciert werden können und welchen Beitrag Bürger online leisten können. Dem Bildungssystem kommt die verantwortungsvolle Aufgabe des kritischen Begleiters und reflektierenden Coaches zu.

Mehr zu diesem Themenkreis findet sich in der Studie „Zukunft der Bildung“, die auf hier abrufbar ist, sowie im Abschnitt „Bildung reloaded“ der Trendstudie „Österreich 2025“, die beim Zukunftsinstitut Österreich erwerbbar ist.

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Franz Kühmayer ist einer der einflussreichsten Vordenker zur Zukunft der Arbeit.
  
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