Reflections on work and life.

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Rechnet sich IT im Unterricht?

Meine Gedanken zur OECD & Worldbank Konferenz 1-on-1 Computing in Education, zu der ich als Sprecher geladen bin, um als Experte zum Fragenkomplex “Lohnt sich die Investition” Stellung zu nehmen.

Die Frage nach dem Return von Investitionen ins Bildungswesen ist schon einmal ganz grundsätzlich ausser Streit zu stellen. Bildung trägt nachgewiesenermaßen zu ökonomischen Vorteilen für den Einzelnen und in Summe daher für die Volkswirtschaft bei. In Zeiten, wie diesen, in denen nach “sicheren” Investments gesucht wird, scheint  mir dies ein sehr lohnendes Feld mit garantiertem ROI zu sein.

IT ist wesentlicher Veränderungstreiber und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Lösung. Der Einfluß von IT für ein erfolgreiches Leben sowohl im beruflichen wie auch im privaten Kontext ist unbestritten. Darüberhinaus ist Informationstechnologie eines der mächtigsten Instrumente, um die großen Probleme, die wir weltweit zu bewältigen haben, besser zu verstehen und letztlich einer Lösung zuzuführen: Klima, Weltwirtschaft, Sozialsysteme, Internationalisierung, … Es ist daher zielführund, möglichst vielen Menschen Zugang zur IT zu bieten und sie darin gut auszubilden.

IT ist ein Enabler des Bildungssystems, hat positive Auswirkungen auf die Bildungsleistung der Schüler. 86% der Lehrer berichten, dass ihre Schüler dem Unterricht aufmerksamer und engagierter folgen, wenn IT eingesetzt wird. IT ermöglicht Lernen auf vielfältige Weise, durch Simulationen, Spiele, durch Vernetzung, Austausch, durch Contentbereitstellung und –weiterverarbeitung und vieles anderes mehr.

Wenn es dem Bildungswesen darum geht, dazu beizutragen, dass aus unserer Jugend verantwortungsvolle mündige Bürger werden, dann ist Medienkompetenz absolut entscheidend. Mein Lieblingbeispiel dazu: Noch vor wenigen Jahren gab es in Österreich 1 Fernsehsender und 1 Nachrichtensendung, die ZIB, mit entsprechend universellem Wahrheitsanspruch. Heute bietet alleine Youtube Millionen von “Nachrichten-Kanälen” an – zu verstehen, welchen davon man Glauben schenken kann oder soll, dürfen wir im Sinne einer aufgeklärten Demokratie nicht dem Zufall beantworten.

Natürlich wird es nicht ausreichen, Notebooks (oder andere Devices) in Mengen auf Klassenzimmer fallen zu lassen. Im Gegenteil erfordert gerade der IT Einsatz im Unterricht ein grundlegendes Überdenken der Unterrichtsformen und Lernmethoden – eben weil IT so unglaublich viel Potential bietet.

Mehr dazu hier.

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Fachkräftemangel und Wildwasser-Paddeln

Beim heutigen Consultants Competence Circle des Fachverbandes Unternehmensberatung war ich als Podiumssprecher geladen und wurde dabei u.a. zur Fragestellung nach dem Fachkräftemangel in der IT Branche um ein Statement gebeten.

Meine Meinung dazu ist sehr klar: Jeder Mangel ist das kurzfristig sichtbare Ergebnis einer langfristig schief gelaufenen Planung in davorliegenden Stufen. In diesem Fall also des Bildungssystems.

Die Frage, ob wir heute für die richtigen Berufe von morgen ausbilden, schießt in mancherlei Hinsicht am Ziel vorbei. Ein Beispiel dazu: Wer heute (im Jahr 2010) in den so nachgefragten Bereichen Web-Programmierung, Social Media, Online-Marketing, Mobile Business arbeitet, hat einen Job, den es vor 10 Jahren noch nicht gegeben hat. Bei einer Durchlaufzeit durch das österr. Bildungssystem von zumindest 12 Jahren (bis zur Matura) ist somit die zielgenaue Planung auf einzelne Berufe und sogar ganze Berufsfelder nicht gut möglich.

Und auch nicht nötig, denn es geht vielfach gar nicht darum, für einen ganz speziellen Beruf auszubilden – noch dazu, wenn wir im Schnitt 11 Berufe haben, bevor wir 40 Jahre alt sind! Vielmehr geht es um die Fragestellung nach den Schlüsselkompetenzen für das 21. Jahrhundert Und die sind gut verstanden und von Bildungsexperten anerkannt:

  • Initiative und Eigenverantwortung
  • Unternehmerisches Denken und Handeln
  • Engagement und soziale Verantwortung
  • Veränderungsbereitschaft, Flexibilität und Lernbereitschaft
  • Teamfähigkeit
  • Kommunikation
  • Reflexionsfähigkeit
  • Problemlösungskompetenz und Konfliktfähigkeit
  • Empathie und interkulturelles Handeln
  • Innovationsfähigkeit und Kreativität

 

      Wenige davon werden im aktuellen Bildungssystem zielgerichtet gefördert – warum sonst müssen Führungskräfte in allen Unternehmen immer auf “Team-Trainings” geschickt werden, obwohl sie vorher (mindestens) 12 Jahre lang Gelegenheit gehabt hätten, in Teams zu arbeiten? Weil Teamarbeit eben erst sehr langsam in das Bildungssystem einfließt. Vergleichbares gilt für die anderen Kompetenzen genauso. Mehr dazu findet sich übrigens in meiner Studie zur Zukunft der Bildung.

    Und apropos Kompetenz: Eine sportliche Gedankenanregung kam von meinem Podiums-Kollegen Dr. Woltron. Er vergleicht die aktuelle wirtschaftliche Lage mit Wildwasser-Paddeln. Wenn man den Fluß mehrfach befährt, ist dennoch die Situation vor Ort stets ein wenig anders, stets muss man sich auf neue Situationen einstellen, wird man in neue Strudel und Probleme hineingezogen. Und Woltron weiter: “Das einzige, was einem dann wirklich hilft, ist, die Eskimorolle gut zu beherrschen. Und zwar nicht nur den ersten Teil, sondern vor allem den zweiten Teil des Manövers.” Es geht also darum, auch in schwierigen Situationen schnell, mutig und kompetent zu entscheiden und zu handeln.

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Wer die Wahl hat…

…hat die Pflicht, sie nutzen.

Ende dieser Woche finden die Wirtschaftskammer-Wahlen statt. Bei der letzten vergleichbaren Wahl kam eine Beteiligung von unter 50% zustande. Ich finde, das ist eine Schande.

Die WKO versteht sich als Service-Organisation für die zur Mitgliedschaft verpflichteten Unternehmen. Egal ob man als Betrieb auf diese Angebote schon einmal zurückgegriffen hat und egal, wie man zum angebotenen oder tatsächlich erbrachten Service-Angebot steht: Nur wer wählen geht, hat auch eine Chance, für die Zukunft die Ausrichtung dieser Organisation und ihr Leistungsangebot mitzubestimmen. Wer nicht von seinem freien Wahlrecht Gebrauch macht, verwirkt in meinen Augen das Recht, sich über die WKO und auch über ihre Beiträge zu beklagen.

Aber die Bedeutung der Wahl geht weit über die Ausrichtung einer Service-Einrichtung hinaus. Die WKO ist nicht nur ein Service-Verein, sondern sie ist einer der einflußreichsten Sozialpartner. Sie ist eine politische Vorfeld-Organisation par excellence und stellt eine außerparlamentarische Institution zur Entscheidungsfindung in politischen Prozessen in Österreich dar. Ihre Ausrichtung bestimmt auf vielfältige und tiefgreifende Weise die Sozial- & Wirtschaftspolitik des Landes mit. Die Auswirkungen dieser Mitbestimmung treffen alle Österreicher, egal ob sie Unternehmer sind oder nicht.

In diesem Lichte scheint es mir mehr als geboten zu sein, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen, wenn schon nicht aus unternehmerischer Sicht dann doch zumindest aus staatsbürgerlicher Verpflichtung.

Die WKO Wahlen finden vom 27. Februar bis 2. März statt. Wie sie abläuft, steht hier. Wer zur UBIT behört, findet hier eine Orientierungshilfe.

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Franz Kühmayer ist einer der einflussreichsten Vordenker zur Zukunft der Arbeit.
  
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