Reflections on work and life.

Aspire the impossible. Create the future.

Entrepreneurship beginnt im Bildungssystem

Die Wirtschaft von heute ist hochgradig vernetzt und wird durch die Dynamik zwischen unterschiedlichen Strukturen gespeist. Sie läßt keine Wertung hinsichtlich einzelner Unternehmensformen zu und sie folgt nicht länger dem Prinzip linearer Wertschöpfungsketten. Statt dessen bilden sich zunehmend “Ökosysteme”, in denen Big Player und Mittelstand jeweils aufeinander angewiesen sind – im Hinblick auf Flexibilität, Innovationskraft aber natürlich auch Multiplikationseffekte. Das Wirtschaftsmagazin Atello hat erst kürzlich dargestellt, dass sich rund um 150 österr. Leitbetriebe ein Netzwerk von 122.000 KMU-strukturierten Zuliefern gesponnen hat und damit insgesamt 540.000 Menschen beschäftigt.

Was hat das mit Unternehmertum zu tun? Sehr viel, wie mir scheint. Denn es reicht nicht mehr aus, eine gute Idee zu haben und ihr mit einem ebenso guten Business Plan zur Umsetzung zu verhelfen. So wichtig diese beiden Grundprinzipien des Unternehmertums (Innovation und geschäftliche Professionalität) auch weiterhin sind, an ihre Seite gesellt sich ein drittes Erfolgsprinzip: Das des Denkens und Handelns in vernetzten, dynamischen Strukturen.

Warenströme, Kundenströme, ja selbst Informationsströme haben sich aus der Eindimensionalität verabschiedet und folgen komplexen, dialogischen und schnell wechselhaften Gesichtspunkten. Was heute ein Partnerunternehmen ist, kann morgen Mitbewerber sein – und zwar ohne, dass sich an seiner grundsätzlich partnerschaftlichen Einstellung etwas ändert; Kunden wollen nicht länger am empfangenden Ende der Wertschöpfung sitzen, sondern sich aktiv in Innovationsprozesse einbringen; Lieferanten sind eng in die eigenen Projekte involviert; Marketing und Kommunikation folgt nicht mehr dem Prinzip Sender-Empfänger, denn die Empfänger reden zurück.

All das macht Unternehmertum vordergründig herausfordernder und schwieriger. Aber genau da setzt Entrepreneurship an – mit all den Eigenschaften, die man Entrepreneuren zuschreibt oder von ihnen verlangt.

Und darum ist das Unternehmertum in Österreich natürlich auch von grundsätzlichen Rahmenbedingungen  (wie etwa der Verfügbarkeit von Risikokapital oder niedrigen administrativen Hürden) abhängig. Noch mehr ist es aber davon abhängig, dass eben diese Eigenschaften früh erlernt und geübt werden. Und daher von einem Bildungssystem, das wertorientierte, ganzheitliche Persönlichkeiten hervorbringt; Persönlichkeiten, die Initiative und Eigenverantwortung zeigen; Problemlösungskompetenz mit Kreativität verbinden; soziale Verantwortung und interkulturelles Handeln beherrschen; und unternehmerisch denken und handeln können und wollen. In unserer Studie "Zukunft der Bildung” haben wir diesem Zusammenhang viel Raum gewidmet.
Initiativen wie die “Initiative for Teaching Entrepreneurship” (IFTE) des unermüdlichen Johannes Lindner leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, dass sich Bildung und die Einstellung Jugendlicher zum Thema Unternehmertum nachhaltig zum Positiven verändern. Ich freue mich, dazu als Juror des heurigen Wettbewerbs einen Beitrag leisten zu dürfen!

 

PS: Dies ist ein Beitrag zur Entrepreneurship-Blogparade von Hannes Offenbacher.

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9 Responses

  1. […] This post was mentioned on Twitter by Franz Kuehmayer, Stefan Hagen. Stefan Hagen said: RT @franzku: Entrepreneurship beginnt im Bildungssystem http://bit.ly/bMOBPD Ein Beitrag zur Blogparade von @bloegger […]

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  6. […] Ich habe auf meinem Blog immer wieder zum Thema Entrepreneurship Stellung genommen, z.B. hier und hier, und auch als Juror entsprechende Wettbewerbe unterstützt, z.B. […]

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