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Hat das Mittelmanagement eine Chance?

Eine der spannendesten strukturellen Fragen im Zusammenhang mit der Zukunft der Arbeit ist jene nach der geeignetsten Aufbauorganisation. Auf das Zeitalter der pyramidenartigen Org-Charts (hoch, schlank, zur Spitze hin dünner werdend) folgte in den 80er/90er-Jahren die flachere Pyramide und schließlich die Matrixorganisation. Mit all ihren Herausforderungen.

Moderne und zukunftsweisende Organisationen erkennen jedoch: In einer zunehmend projektorientiert arbeitenden Wissensgesellschaft ist immer seltener eine Position im Orgchart wesentlich ist, als vielmehr die – punktuelle – Zugehörigkeit zu einem Projektteam (das sich, um die Komplexität noch mehr zu erhöhen, aus internen und externen Mitarbeitern zusammensetzt). Der Wandel ist in etwa vergleichbar mit der steigenden Bedeutung unstrukturierter Daten gegenüber fest in Prozessen gegossenen Workflows.

Doch wenn Aufbauorganisationen dynamischer werden, welche Rolle spielt dann das Mittelmanagement in der Zukunft? Klaus Woltron hat vor längerer Zeit das geradezu natürliche Anwachsen mittlerer Hierarchieebenen in Unternehmen beklagt und sie als „Lehmschicht“ bezeichnet, die zwischen dem entscheidungsfähigen Top-Management und den Mitarbeitern steht, die tagtäglich mit Kunden und Produkten zu tun haben. Seine Lösungsvorschläge lauteten: Erstens – anbohren. Also möglichst direkte Kommunikationskanäle zwischen Top-Management und Mitarbeitern schaffen. Zweitens – Lateralverschiebung. Die Lehmschicht weitgehend aus dem eigenen Unternehmen zu schieben und – idealerweise – den Mitbewerber dazu verleiten, sie zu übernehmen, auf dass dieser langsamer werde.

Anbohren ist heute leichter als je zuvor möglich: Social Media ist eines der vielversprechensten Konzepte zu Verflachung von ursprünglich hierarchischen Kommunikationswegen. Doch auch abseits davon bleibt die Frage nach der Daseinsberechtigung eines Mittelmanagements, das vor allem strukturbewahrend und kontrollierend agiert. Dass diese Diskussion vor dem Hintergrund der Generation Y neue Dynamik erhält, kann man in diesem Artikel recht eindrucksvoll nachlesen.

Hat das Mittelmanagement eine Chance? Ja, aber nur wenn seine Rolle neu definiert wird. Perspektiven dazu entstehen ja bereits, z.B. in Richtung Creative Management oder in Richtung Coach statt Vorgesetzter. Schon immer war der mittlere Manager in seiner Sandwich-Position eine der herausfordernsten Positionen. Die Zukunft der Arbeit steigert diese Anforderungen nun noch mehr und es wird klar: Mittelmanagement ist keine Durchlaufposition auf dem Karriereweg, sondern eine sehr spezifische und hochqualifizierte Position mit neuem Anforderungsprofil.

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Einsortiert unter:Business, Future Of Work, Leadership

3 Responses

  1. jochenj sagt:

    Interessanter These:
    „Social Media ist eines der vielversprechensten Konzepte zu Verflachung von ursprünglich hierarchischen Kommunikationswege“
    Bin gespannt auf die Zukunft/Praxis ob diese Potential auch genutzt wird :)

  2. Ich bin da zuversichtlich, wenngleich ich gleichzeitig großes Lernpotential orte. Social Media ist definitiv nicht das Allheilinstrument, als das es ab und zu dargestellt wird.
    Ich orte allerdings sehr wohl bei den progressiveren Führungskräften Neugierde und Experimentierlust. Und: Die aktuell in den Arbeitsprozess einsteigende Generation ist durch Social Media geprägt (sowohl technisch wie auch sozial), schon alleine daraus entsteht Veränderungskraft.

  3. […] This post was mentioned on Twitter by Franz Kuehmayer, smartworkers. smartworkers said: "Hat das Mittelmanagement eine Chance?" von Franz Kühmayer #Zukunft der Arbeit #Creative Management #Coaching http://bit.ly/gFQK8S […]

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